Ernährung

4 Gründe für Heißhunger im Herbst & Winter

Die Kalorienzufuhr steigt in der kalten Jahreszeit im Vergleich zum Sommer täglich um 200 Kalorien ! /Bild: Fotolia
4 Gründe für Heißhunger im Herbst & Winter
Trixi Kouba

Wird es draußen kühler, steigt das Verlangen nach fettigen Mahlzeiten. Weihnachtskekse, schwere Eintöpfe und überbackene Nudeln werden zum Objekt der Begierde. Aber woran liegt das? Während manche Experten der simplen Biologie die Schuld geben – wie bei Eichhörnchen schreien die inneren Instinkte nach einem Wintervorrat in Form von Hüftgold – sehen andere die häufigeren Möglichkeiten zum Überessen als Grund: Feiertage wie Weihnachten animieren zum Food-Koma.

1. Eichhörnchen-Taktik

Wir werden von inneren Trieben in unserem Gehirn gesteuert.“, erklärt Ira Ockene, Kardiologe der Universität von Massachussests, dem Magazin NRP in einem Interview. Er studiert schon seit langem die gesundheitlichen Auswirkungen von saisonalen Veränderungen. Seine Forschungen dokumentierten eine erhöhte Kalorienzufuhr, wenn das Wetter kühler wird. Wissenschaftler beobachteten die Menge an Nahrung, die Menschen von Saison zu Saison zu sich nehmen und mit welcher Geschwindigkeit sie das tun. Die Ergebnisse zeigten, dass die Studienteilnehmer rund 200 Kalorien mehr pro Tag zu sich nehmen, sobald die Tage im Herbst draußen dunkler werden. Geht es nach Ockene reagieren Menschen offenbar sehr sensibel auf vorherrschende Lichtverhältnisse. Wir suchen mehr Nahrung und verspeisen sie auch schneller. „Für mich klingt das nach einem Eichhörnchen-Verhalten.“, meint der Kardiologe. Doch nicht jeder Forscher teilt seine Meinung.

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2. Verleitende Feiertage

Die Psychologin Marcia Pelchat an der Universität von Pennsylvania stellt den menschlichen Eichhörnchen-Instinkt in Frage. Für sie sind die winterlichen Gewohnheiten die Wurzel des Übel. Mehr Feiertage und weniger Möglichkeiten um Outdoor-Sport zu betreiben verleiten unter anderem zu häufigerem Essen. Es sieht also danach aus, als ob uns das Umfeld verleiten würde.

3. Überessen ist Tradition

Denn auch unsere Feiertage sind stark von Massen an wohlschmeckenden Mahlzeiten und positiven Assoziationen geprägt. Zur Geburtstagsfeier gibt es Kuchen, und zu Weihnachten aufwendig gekochte, üppige Menüs. Das prägt sich in unserem Gehirn positiv ein und lässt uns nach mehr lechzen. „Je stärker diese Assoziation wird, desto mehr schreit der Körper nach diesem Essen.“, erklärt sie.

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4. Winterepression

Artet das Überessen im Winter komplett aus, kann die Ursache auch eine Winterdepression sein. Zahlreiche Studien zeigten, dass unser Gehirn beim Verzehren kalorienhaltiger, fettiger Speisen ein Gefühl des Glücks produziert. Eine Winterdepression sollte nicht auf die leichte Schulter genommen und als regulärer „Winter-Blues“ abgestempelt werden. Beginnt die Depression im Herbst und zieht sich über die kalten Wintermonate, kann mithilfe einer Lichttherapie, Psychotherapie oder in schweren Fällen Medikation dagegen vorgegangen werden.

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