Ernährung

Umfrage: Ein Drittel glaubt falschen Lebensmittelmythen

Lebensmittel-Mythen-Check: Karotten für Adleraugen, Äpfel für weißes Lächeln und Zucker als Energieschub? /Bild: Fotolia
Umfrage: Ein Drittel glaubt falschen Lebensmittelmythen
Catharina Kaiser

Es scheint, als würde sich um jedes Lebensmittel eine ganze Reihe von Mythen ranken und viele von ihnen werden durchaus ernstgenommen. So sollen etwa Karotten die Nachtsicht verbessern, Zucker als perfekte Energiequelle fungieren, oder das Auslassen von Mahlzeiten beim Abnehmen helfen. Lebensmittel-Mythen gibt es also mehr als genug – falsche wie auch richtige. Einer neuen Umfrage mit 2.000 Teilnehmern zufolge schreibt allerdings knapp ein Drittel der Briten falschen Annahmen einen Wahrheitsgehalt zu. Das betrifft jedoch nicht nur Lebensmittel an sich. Rund ein Zehntel der Befragten folgt unter anderem dem Workout-Leitspruch „No Pain, no Gain“, was regelmäßig zu ernsthaften Verletzungen führt. Andererseits gibt es natürlich einige Mythen, die sich im Laufe der Zeit als richtig erwiesen haben. Äpfel haben beispielsweise durch ihre fasrige Konsistenz tatsächlich den Effekt, die Zähne zu säubern. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass 39% der britischen Bevölkerung falschen Lebensmittel-Mythen aufsitzen.

Weniger Energie durch falsche Ernährung

Die generell herrschende Verwirrung ist durchaus verständlich, immerhin gibt es beinahe jeden Tag neue Erkenntnisse, die zuvor als vermeintlich gesunde Lebensmittel als gefährlich und andersherum deklarieren. „Manchmal gibt es auch Dinge, die für eine Person funktionieren und bei anderen gar nichts bewirken. Dennoch gibt es viele Lebensmittel-Mythen, die sich als unwahr erwiesen haben“, erklärt Anna Lioni, Brand Managerin von Spatone. Dazu zählt unter anderem der Glaube, dass Eier aufgrund ihres hohen Cholesterinspiegels ungesund sind. In der Tat war ein Viertel der Teilnehmer „schockiert“, als sie herausfanden, dass sie jahrelang den falschen Lebensmittel-Ratschlägen gefolgt sind, wodurch viele über Jahre hinweg mit ihrer Ernährung zu kämpfen hatten. Laut Umfrage seien 4 von 10 Befragten besorgt darüber, dass sie nicht regelmäßig die benötigte Energie aus ihrer Ernährung bekommen. Bei 50% ging es sogar so weit, dass sie sich regelmäßig ausgebrannt fühlten. Im Vergleich dazu beschrieb weniger als eine Person von 10 Befragten ihr tägliches Energieniveau als „exzellent“. Als wäre das nicht schon tragisch genug, befinden sich Menschen während einem durchschnitten Tag mehr als 3,5 Stunden in einem Energietief – Auch bekannt als der typische nachmittägliche Einbruch, der mit Schokolade und Kaffee überbrückt wird. Dass diese Durchhänger möglicherweise durch falsche Lebensmittel-Mythen entstehen, scheint vielen allerdings unklar zu sein. „Die Umfrageergebnisse haben einige wirklich besorgniserregende Informationen über den Wissensmangel bezüglich effektiver Energiequellen geliefert“, so Lioni.

Lebensmittel-Mythen aufgedeckt

Hier eine kurze Zusammenfassung der gängigsten falschen und richtigen Lebensmittel-Mythen:

  • Äpfel können die Zähne reinigen: Ja, Äpfel können die Zähne tatsächlich von Plaque und Schmutz befreien. Allerdings sollte man aufgrund der Fruchtsäure dennoch etwas vorsichtig sein.
  • Karotten verbessern die Sicht in der Dunkelheit: Es wäre zwar eine wirklich nützliche Geschichte, doch Karotten haben leider nicht die Fähigkeit die Nachtblindheit zu lindern.
  • Eier sind ungesund: Eier sorgen für einen erhöhten Cholesteringehalt. Ungesund sind sie deshalb jedoch noch lange nicht. Im Gegenteil: Der regelmäßige Verzehr von Eiern hat sogar eine ganze Reihe positiver Effekte.
  • Zucker als Energiequelle: Natürlich bewirkt Zucker einen regelrechten Energieschub. Dieser ist nach wenigen Minuten allerdings auch schon wieder vorbei und es folgt ein Energieeinbruch. Zucker als Energiequelle zu nutzen, ist also nicht gerade die beste Idee.

  • Abnehmen durch das Überspringen von Mahlzeiten: Durch den relativ leichten Trick, Mahlzeiten auszulassen, sind viele Menschen der Überzeugung, dadurch abnehmen zu können. Allerdings nützt einem das fast gar nichts, oder hat den genau gegenteiligen Effekt: Zum einen kann sich durch das Auslassen von Mahlzeiten der Stoffwechsel verlangsamen, wodurch die Energie absackt. Zum anderen haben Studien belegt, dass Menschen in diesem Fall noch viel mehr Kalorien zu sich nehmen. Durch den Hunger und Appetit greift man nämlich verstärkt zu Kalorienbomben wie Pizza und Schokolade.
  • No Pain, no Gain: Für viele muss ein Workout immer das persönliche Limit übersteigen – erst dann ist es wirklich effektiv. Allerdings sind Schmerzen so gut wie immer als Warnsignal des Körpers und meist die Folge einer Fehl- oder Überbelastung. Sobald ein Workout Schmerzen bereitet wird es also nicht effektiv, sondern nur riskant.