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Beuteschema: Fakt oder Mythos?

Online-Dating verändert das "Beutschema" für zukünftige Partner. /Bild: Fotolia
Beuteschema: Fakt oder Mythos?
Catharina Kaiser

Ob völlig exakt oder nur in eine gewisse Tendenz – fast jeder Mensch hat in Sachen Partnerwahl ein gewisses „Beuteschema“. Wie genau die Vorstellungen des perfekten Partners tatsächlich sind, variiert zwar von Person zu Person, doch oftmals sucht man sich immer wieder dieselbe Art von Partner. Überraschenderweise scheint es dafür sogar einen wissenschaftlichen Grund zu geben und dieser hat vermutlich nichts damit zu tun, was viele denken.

Beuteschema oder doch Zufall?

Laut einer aktuellen Studie der University of California, im deren Rahmen Persönlichkeitsmerkmale von über 1.000 heterosexuellen Paaren analysiert wurden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ex-Partner einer Person auf körperlicher Ebene ähneln, relativ hoch. Selbiges gilt übrigens auch für die religiöse Zugehörigkeit, den Bildungshintergrund sowie die Intelligenz. Der Grund für die Tatsache, dass alle Ex-Freunde beispielsweise große, dunkelhaarige Ärzte sind, hat jedoch eigentlich nichts damit zu tun, dass sie in das persönliche Beuteschema fallen. Stattdessen fanden Forscher heraus, dass dies eine Frage der Umstände sei, wieso man mit manchen Menschen eine Beziehung eingeht und mit manchen nicht. „Prinzipiell könnten heterosexuelle Individuen in den meisten zeitgenössischen Gesellschaften mit einer Vielzahl von Gleichaltrigen eine romantische Beziehung führen“, so die Studienautoren.

Online-Dating eröffnet neues Beuteschema

Allerdings wird man immer nur einen gewissen Teil dieser Gruppe potenzieller Partner treffen: „Eine Untergruppe, welche historisch durch einen demografisch spezifischen lokalen Kontext begrenzt war“, fügen die Forscher hinzu. Etwas vereinfachter formuliert:  Es liegt daran, dass man eher von Menschen des „Beuteschemas“ umgeben ist, weil man bewusst nach ihnen sucht. Ob in der Arbeit, in der Schule oder im Privatleben – jeder hat mehr oder weniger offenkundig eine spezielle Art von Menschen, die sich in diesem Umfeld bewegen. Die physische Ähnlichkeit zwischen Ex-Partner hänge laut Studienergebnis mit der persönlichen Attraktivität zusammen. In diesem Fall hat man also tatsächlich einen Typ, nach welchem man immer wieder aufs Neue Ausschau hält. Die schlussendliche Wahl des Partners erfolge jedoch meist zufällig, auch wenn sich allgemeinere Merkmale wie Bildung und sozialer Status überschneiden. Mit dem Aufkommen des Online-Datings ist allerdings selbst das nicht mehr mit Sicherheit zu bestätigen. „Online-Dating ermöglicht den Menschen eine aktive Entscheidung darüber zu treffen, welchen Menschentyp sie überhaupt treffen werden“, erklärt Dr. Paul Eastwick, Studienautor und Professor für Psychologie. Dennoch darf man sich nicht wundern, wenn man selbst nach einer experimentellen Phase doch wieder beim altbekannten Typ von Partner landet.