Gesundheit

Zwei Gene, viel Leid: Übelkeit in der Schwangerschaft

Gene können hinter extremer Schwangerschaftsübelkeit stecken. /Bild: Fotolia
Zwei Gene, viel Leid: Übelkeit in der Schwangerschaft
Catharina Kaiser

Morgendliche Übelkeit ist für Schwangere nichts Neues, doch spätestens sei Kate Middleton wissen viele, dass dies in manchen Fällen wirklich extreme Ausmaße annehmen kann. Knapp 2% der schwangeren Frauen leiden nämlich an Hyperemesis gravidarum, einer besonders schweren Form von Übelkeit und Erbrechen und auch die zweithäufigste Ursache für einen Krankenhausaufenthalt während der Schwangerschaft. Forscher der UCLA entdeckten nun zwei Gene, die mit diesem Leid assoziiert werden können. Sowohl GDF15 als auch IGFBP7 sind an der Entwicklung der Plazenta beteiligt und spielen in der frühen Schwangerschaft und in Hinblick auf Appetitregulation eine wichtige Rolle.

Unwirksame Medikamente

Lange Zeit wurde angenommen, dass die Schwangerschaftshormone humanes Choriongonadotropin oder Östrogen für die extremen Formen von Übelkeit und Erbrechen verantwortlich seien. „Im Rahmen unserer Studie konnten wir dies jedoch nicht bestätigen“, erklärt Studienleiterin Dr. Marlena Fejzo von der David Geffen School of Medicine der UCLA. Die beiden Gene sind jedoch mit Kachexie verbunden, einem Gewichtsverlust und Muskelschwund, der bei etwa 20% der Krebspatienten zum Tod führt und durchaus ähnliche Symptome wie Hyperemesis gravidarum mit sich bringt. Denn die lähmenden Symptome der „Krankheit“ können ebenfalls schnellen Gewichtsverlust, sowie einer Mangelernährung und Austrocknung des Körpers aufgrund anhaltender Übelkeit oder Erbrechen mit sich bringen. Momentan sind Medikamente zur Behandlung von Hyperemesis gravidarum allerdings weitgehend unwirksam und können sogar zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für Mutter und Kind führen.

Zwei Gene bewirken extreme Übelkeit

Da frühere Untersuchungen darauf hingewiesen haben, dass schwere Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft in einer Familie häufiger auftreten, wäre es möglich, dass die Genetik ebenfalls eine wichtige Rolle dabei spielt. Für die Studie verglich das Forscherteam die DNA-Variation von gesunden schwangeren Frauen mit jener von Schwangeren mit Hyperemesis gravidarum, um spezifische Unterschiede festmachen zu können. Dabei entdeckten sie die Gene GDF15 als auch IGFBP7 und bezeichnete sie daraufhin als Hauptauslöser für extreme Übelkeit und Erbrechen. Auch in der separaten Follow-Up Studie waren die Proteine GDF15 und IGFBP7 bei Frauen mit Hyperemesis gravidarum ungewöhnlich hoch. Nun gilt es folglich einen Weg zu finden, um den Spiegel beider Proteine auf sichere Weise verändern zu können, um die Beschwerden zu lindern. „Wir hoffen, eines Tages ein Medikament zu entwickeln, das diesen Prozess beeinflusst, um Hyperemesis gravidarum erfolgreich zu behandeln oder sogar zu heilen“, so Fejzo.