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Toxisches Schocksyndrom: Erhöhtes Risiko bei Menstruationstassen 

Gefährliche Bakterien können sich an Menstruationstassen leichter anhaften. /Bild: Fotolia
Toxisches Schocksyndrom: Erhöhtes Risiko bei Menstruationstassen 
Catharina Kaiser

Menstruationstassen gelten bekanntlich als die hygienischere und gesündere Alternativen zu herkömmlichen Tampons. Vor allem seit die Problematik um das Toxische Schocksyndrom (TSS) bekannt wurde, welches mit Tampons in Verbindung gebracht wird. Als toxisches Schocksyndrom bezeichnet man ein schweres Kreislauf- und Organversagen, das durch eine bakterielle Vergiftung ausgelöst wird. Seit den 1980er Jahren wird TSS hauptsächlich mit dem Gebrauch von Tampons in Verbindung gebracht, weshalb es auch unter dem Namen „Tamponkrankheit“ bekannt wurde. Neuen Studien zufolge könnten Menstruationstassen diesbezüglich jedoch ein noch größeres Risiko darstellen. Im Rahmen der im Journal of Applied and Environmental Microbiology veröffentlichten Studie haben Forscher herausgefunden, dass ein infektiöses Bakterium an der Menstruationstasse haften bleiben kann. Das Bakterium ist bei der Entstehung von TSS maßgeblich beteiligt. Auch wenn die Tasse wie empfohlen gereinigt wird, kann es unabhängig vom Modell oder der Zusammensetzung der Menstruationstasse anhaften.

Bakterien haften an Menstruationstassen

Um herauszufinden, welche Faktoren das Wachstum von Bakterien oder Infektionen begünstigen, untersuchten Forscher in Frankreich das Material von 15 verschiedenen Tampon-Marken sowie Menstruationstassen. Dabei entdeckten sie, dass Menstruationstassen ein noch weit höheres Risiko für das Toxische Schocksyndrom mit sich bringen, als herkömmliche Tampons. Schuld daran sei die Luft beim Einführen der Tasse in die Vagina. Laut Studienautoren könnte dies zu einem beschleunigten Wachstum des infektiösen Bakteriums Staphylococcus aureus führen und dadurch das Toxische Schocksyndrom auslösen. Zudem blieben die Bakterien auch nach dreimaligem Waschen auf den Menstruationstassen haften, was die hygienischen Vorteile der Produkte zunichte macht. „Laut Anwendungserklärung könnten Frauen die Tasse entleeren, mit Leitungswasser ausspülen und anschließend wieder verwenden. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass Frauen sich damit einem großen Risiko aussetzten würden, wenn die Tasse bereits kontaminiert ist“, erklären die Studienleiter.

Toxisches Schocksyndrom verhindern

Dass die Bakterien so lange haften bleiben, könnte laut Forschern daran liegen, dass sie einen kompakten Biofilm bilden, sobald sie mit der Menstruationstasse in Berührung kommen und anschließend resistent gegen basisches Wasser werden. Um eine Kontamination mit infektiösen Bakterien zu vermeiden, sollte laut Forschern in eine zweite Menstruationstasse investiert werden, um eine Sterilisation zwischen den Anwendungen zu ermöglichen. Indem die Tasse nach dem Gebrauch in kochendes Wasser gelegt wird, können Bakterien nämlich relativ schnell beseitigt werden. Zudem wäre es ratsam, eine kleinere Tasse zu verwenden, um die Menge an Luft bei der Einführung zu reduzieren. Dies könnte laut Forschern ebenfalls das Risiko des TSS reduzieren. Zudem entwickelte die MedUni Wien die weltweit erste Impfung gegen TSS, wodurch eine zusätzliche Möglichkeit existiert, um sich früh genug davor zu schützen.