Familie

Wie die Mutter so die Tochter? Das Spiel der Gene! 

Auch die Gene der Großmütter beeinflussen unseren Charakter und unser Aussehen. /Bild: Fotolia
Wie die Mutter so die Tochter? Das Spiel der Gene! 
Catharina Kaiser

Heute ist Muttertag, was bedeutet, dass so ziemlich alle Blumen und Pralinen ausverkauft sein werden. An diesem Tag wird allen Müttern gedankt, weil jede nunmal die Beste ist und einen beachtlichen Beitrag dazu gleistet hat, wer man ist. „Wie die Mutter, so die Tochter“ lautet das Pendant zu „Wie der Vater, so der Sohn“. Doch Experten zufolge ist die Differenzierung nicht so ganz richtig. „Mütterliche Gene sind nur die halbe Geschichte“, erklärt Dr. Wendy Chung von der Columbia University. Man bekommt also nicht die 100-prozentige Genration der Mutter, sondern eben auch die des Vaters und darüber hinaus noch die der Großeltern mit in die Wiege gelegt. Im Grunde wäre der Spruch der „Apfel fällt nicht weit vom Stamm(baum)“ also eher zutreffend. Selbst wenn man der Mutter sehr ähnelt, ist es keine vollendete Tatsache, dass man völlig gleich sein wird.

Mütter vererben Persönlichkeit

Dieser Fakt kann nun eine positive als auch negative Nachricht zugleich sein – Je nachdem welche Gene man „vererben“ würde. Allerdings ist es dann doch verwunderlich, wie sehr sich Mütter und Töchter doch ähnlich sehen können. In manchen Fällen scheint es beinahe als wären sie geklont, wie zum Beispiel bei bekannten Mutter-Töchter-Paaren wie Cindy Crawford und ihrer Tochter Kaia Gerber. In Wirklichkeit sind Aussehen und Persönlichkeit jedoch derart komplizierte Merkmale, dass sie von sie von Tausenden Genen subsumiert werden. „Es gibt also dennoch eine gesunde Mischung aus väterlichen und mütterlichen Genen“, so Dr. Robert Green von der Abteilung für Genetik am Brigham and Women’s Hospital. Das schließt allerdings nicht aus, dass es teilweise extreme Ähnlichkeiten zwischen Müttern und Töchtern geben kann. Das betrifft vor allem das Verhalten. „Das Schöne an Familien ist, dass du nicht nur die DNA von deinen Eltern bekommst, sondern auch jene aus früheren Generationen. Es ist ihre einzigartige Mischung, die das eigene Leben, oder zumindest den eigenen Charakter prägen“, fügt Green hinzu. Die Art und Weise wie man lacht, weint oder anderen Menschen begegnet, hängt also nicht nur von der Mutter, sondern vielleicht sogar von der eigenen Großmutter ab. Zudem besteht die Theorie, dass das gleichgeschlechtliche Elternteil oftmals eine stärkere Vorbildfunktion ausübt, weshalb viele Aspekte fast unbewusst übernommen werden. Doch das muss nicht immer der Fall sein.

Gene werden nicht nur von Müttern vererbt

Eine Sache, die sowohl Töchter als auch Söhne jedoch garantiert ausschließlich von ihren Müttern erben, ist etwas dass man von außen nie sehen wird. Gene, die als Blaupausen für die Bildung von Mitochondrien funktionieren, werden nur in Eiern transportiert, so dass sie von Mutter zu Kind weitergegeben werden. Dabei handelt es sich um winzige Organzellen, die den späteren Zellen bei der Energieproduktion helfen. Das kann zum einen ein wahrer Gesundheitsboost sein, zum anderen jedoch auch negative Folgen haben, etwa wenn mit den Mitochondrien etwas nicht stimmt. Der Muttertag ist also zum einen ein wichtiger Tag, um all die positiven, all die schönen Momente zu feiern, andererseits sollte der Tag auch zum Nachdenken anregen – beispielsweise über all die unbewussten Gen-Erbschaften die man so aus dem Familienstammbaum mitgenommen hat. „In diesem Fall ist das Wissen über die gesundheitliche Geschichte nämlich eine Möglichkeit, um potenzielle Risiken früh genug erkennen zu können“, erklärt Chung. Töchter sollten sich darüber im Klaren sein, dass einige Risiken für bestimmte Krankheiten wie Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs, insbesondere das Risiko von BRCA-Mutationen durch die Frauen der Familie ihrer Mutter und ihres Vaters weitergegeben werden.