Partnerschaft

Dates und Alkohol: Ein überraschender Zusammenhang? 

Viele wollen sich beim ersten Date mit einem Drink locker machen - das hat Folgen. /Bild: Fotolia
Dates und Alkohol: Ein überraschender Zusammenhang? 
Catharina Kaiser

Zwischen Dates und Alkohol scheint es eine sonderbare Verbindung zu geben. Nicht nur, dass man beim ersten Date gerne mal ein Gals Wein bestellt, viele Menschen versuchen sich schon vorab mit einem Drink vermeidlichen Mut einzuflößen. Schriftstellerin Zara Barrie nennt es beispielsweise einen „Persönlichkeitsdrink“, der die spätere Konversation ins Laufen bringen sollte. Das kennen vermutlich viele, doch die Sache hat einen erheblichen Nachteil. „Alkohol gibt einem das falsche Gefühl einer Verbindung mit dem Gegenüber“, so Barie. Nach zwei Gläsern Champagner stimmt die Chemie nämlich mit fast jeder Person, die vor einem steht. Anstatt der rosaroten Brille hat man also einen vom Alkohol beduselten Blick, der selbiges zur Folge hat. „Alkohol maskiert nämlich die traurige Wahrheit, dass man mit seinem Gegenüber nichts gemeinsam hat“, fügt Barie hinzu. Vielen Singles dürfte dies wohl recht bekannt vorkommen. Zumindest ergab dies eine 2014 durchgeführte Umfrage. Rund 36,4% der Singles gönnten sich vor dem Date einen Drink und 48,9% tranken im Durchschnitt zwei oder drei Gläser Alkohol während des Abends.

Chiller-Modus dank Alkohol

Selbige Umfrage ergab übrigens auch dass 19,1% der Männer das 1. Date nur vage mitbekommen, da sie betrunken sind und bei Frauen sind durchschnittlich 16,8% beduselt. Dass Dates und Alkohol irgendwie zusammen gehören ist allerdings keine sonderlich große Überraschung. Immerhin begegnen sich die meisten zuerst einmal in einer virtuellen  Umgebung und beschließen sich, auf Basis einer Kurzbiografie, bestehend aus einem wahnsinnig originellen Lebensmotto und vier bis fünf überinszenierten Profilbildern, in der Realität zu treffen. Da kann die Nervosität schon einmal mit einem durchgehen. Alkohol soll einen also praktisch in den „Chiller-Modus“ versetzten und dabei helfen, die zitternden Beine zu verbergen. Gerade für Frauen scheint Alkohol als Mutmacher zu gelten. Denn dem Druck der Gesellschaft zur Perfektion ist für viele durchaus schwierig. Es kostet viel Kraft und Frauen fühlen sich oftmals dazu verpflichtet, entspannt zu sein, obwohl sie es nicht sind und sich noch dazu besonders erotisch zu geben, obwohl sie sich eigentlich unsicher fühlen, erklärte die Psychologin und Autorin Patricia O’Gorman. Das Problem? Laut Autorin und Wellness Coach Caitlin Cecil drohen die Grenzen zwischen coolem Mädchen, dass ihre Grenzen kennt und beduseltem Feger immer weiter zu verschwimmen.

Dates machen nervös

Nervosität ist etwas völlig normales und das sollte von jedem akzeptiert werden. Sich in diesem Fall mit Alkohol wieder „locker“ zu machen hat hingegen überhaupt keinen Sinn. Nicht nur weil die Nervosität auch nach einem Glas nicht komplett nachlassen wird, sondern weil man Gefahr läuft sich völlig zu verändern. Doch genau das möchte man doch eigentlich oder? Eine Person finden, die einen genauso liebt, wie man ist – nicht die angeheiterte Version seiner selbst.