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Wechseljahre: Der Kampf gegen das lästige Bauchfett 

Fett setzt sich während den Wechseljahren stärker am Bauch an. /Bild: Fotolia
Wechseljahre: Der Kampf gegen das lästige Bauchfett 
Catharina Kaiser

Zu den fiesen Nebenerscheinungen des Alterns gehört die schleichende Tendenz an Gewicht zuzulegen, da sich der Stoffwechsel um 1-2% pro Jahrzehnt sukzessive verlangsamt. Wirklich nervenraubend ist die Tatsache, dass sich das Körperfett nicht wie üblich gleichmäßig verteilt, sondern in erster Linie auf den Bauch konzentriert. Daher verwandelt sich der weibliche Körper während der Wechseljahre praktisch von Birnen- in Apfelform. Doch diese Veränderungen wirken sich nicht nur auf das Spiegelbild aus. Ein hohes Verhältnis von Hüfte und Taille, erhöht auch das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfälle oder Diabetes und kann sich sogar auf die Entwicklung bestimmter Krebsarten auswirken. Als ob das nicht schon genug wäre und die Freude auf das Altern schwinden lässt, kostet das neue Hüftgold auch noch Geld. Laut einer dänischen Studie aus dem Jahr 2008 würden die jährlichen Gesundheitskosten bei Frauen um 3% und bei Männern um 5% ansteigen.

Körperfett & Wechseljahre

Seit Jahrzehnten versuchen Forscher herauszufinden, warum Frauen während der Wechseljahre immer mehr Bauchfett ansammeln. Daraus entwickelte sich auch die Debatte, ob es sich tatsächlich um eine altersbedingte Ursache, oder um einen Indikator für Gesundheitsrisiken handelt. Mit zunehmendem Alter beginnt der Körper mehr Fett an den Organen im Bauch zu lagern, anstatt sie unter der Haut zu speichern, wo das Körperfett normalerweise zu finden ist. Dabei spricht man vom so genannten viszeralen Fett, welches in erster Linie in der Leber und nicht im allgemeinen Kreislauf freigesetzt wird. Einige Experten glauben, dass dies eine direkte Rolle bei der Entstehung von Krankheiten im Zusammenhang mit abdominaler Fettleibigkeit spielen könnte. Diese Meinung teilen allerdings nicht alle Experten. Samuel Klein, Leiter des Zentrums für Humanernährung Washington University School of Medicine, veröffentlichte etwa eine Studie die zeigt, dass Schlüsselfaktoren wie Insulin-Empfindlichkeit und Triglyceridspiegel enger mit der Menge an in der Leber gespeichertem Fett verbunden sind als mit Körperfett, welches sich außerhalb der Organe befindet. Laut ihm sei Bauchfett ein Marker für Risiken und keine Ursache. Dennoch sei es ein wichtiger Indikator und zudem viel leichter messbar als Leberfett. Hierfür braucht es nämlich einzig und alleine ein Maßband.

Gründe für vermehrtes Bauchfett

Eine weitere Frage, die vielen Forschern Kopfschmerzen bereitet ist, warum der Mensch im Alter mehr viszerales Fett anlegt. Möglicherweise dürften daran die Sexualhormone beteiligt sein, welche während der Wechseljahre eine relativ starke Veränderung durchmachen. Experten zufolge ist es allerdings etwas kompliziert als das. So neigen junge Frauen mit polyzystischen Ovarien ebenfalls dazu, eine Apfelform sowie eine Insulinresistenz zu entwickeln, obwohl ihr Körper Östrogen produziert. Ebenso entwickeln transsexuelle Männer, die biologisch weiblich sind und Androgene einnehmen, mehr viszerales Fett. „Beide Beispiele deuten somit eher auf die Rolle eines Ungleichgewichts zwischen männlichen und weiblichen Hormonen hin“, erklärt Endokrinologin Margaret Wierman von der University of Colorado Denver.

FSH als Geheimwaffe?

Was nun wirklich die Gründe für das angesammelte Bauchfett sind, bleibt jedoch weiterhin unklar. Im vergangenen Jahr sorgte beispielsweise eine neue Theorie für Aufsehen, nachdem Forscher Körperfett einschließlich viszeralem Fett bei Mäusen reduzieren konnten, indem sie die Wirkung des follikelstimulierenden Hormons (FSH) blockierten. Könnte dies die Geheimwaffe im Kampf gegen das lästige Bauchfett sein? In diesem Falle wäre es sogar ein doppelt wirksames Medikament, da nicht nur Fettleibigkeit, sondern sogar Osteoporose bekämpft werden könnte. „Der nächste Schritt ist es, diesen Effekt an Menschen zu testen“, so Senior Autor Mone Zaidi von der Icahn School of Medicine. Bis dahin gibt es allerdings nur eines das man tun kann, um die Anhäufung von Bauchfett zu verhindern: auf eine gesunde Ernährung achten und Sport treiben!