Gesundheit

Akupunktur: Womit man beim ersten Termin rechnen muss 

Keine Sorge: Die gefürchteten Nadeln kommen beim Ersttermin nicht zum Einsatz. /Bild: Fotolia
Akupunktur: Womit man beim ersten Termin rechnen muss 
Catharina Kaiser

Was ist das erste, das einem in den Kopf schießt, wenn man an Akupunktur denkt? Genau: viele lange Nadeln, die in so ziemlich jede noch so absurde Körperstelle gesteckt werden. Dass dieser Gedanke jetzt nicht unbedingt Entspannung auslöst, ist nicht wirklich verwunderlich. Im Gegenteil: Es zieht sich wohl jeder noch so kleine Muskel im Körper verkrampft zusammen. Dabei sind die meisten Ängste vor Akupunktur doch völlig unnötig. Genau  wie die Skepsis gegenüber der Wirkung. Immerhin haben schon zahlreiche Studien belegt, dass die traditionelle Behandlung durchaus vorteilhaft für die psychische Gesundheit sind und sich positiv auf chronische Schmerzen, Durchblutung, Stress und Entzündungen auswirkt. Es beflügelt also das allgemeine Wohlbefinden. Um all die positiven Vorteile mitnehmen zu können, sollte man allerdings schon vorab wissen, worauf man sich einlässt – dann wird es mit der Nervosität nämlich auch um einiges besser werden.

Keine Angst vor den Nadeln

Vor allem der erste Termin wird sich von den meisten ausgemachten „Albtraum-Szenerien“ unterscheiden. Nadeln wird man am ersten Tag nämlich nicht einmal zu Gesicht bekommen. Sofern es sich um einen professionellen Akupunkteur handelt, steht dann nämlich erst einmal eine genaue Analyse an. Dazu wird der Heilpraktiker den Puls am Handgelenk messen und sich die Zunge genauer ansehen. All dies ist Teil der traditionellen chinesische Medizinuntersuchung – auf Basis derer dann ein Behandlungsplan festgelegt wird. Erst beim zweiten Termin kommen die gefürchteten Nadeln ins Spiel und für alle, die an einer Trypanophobie leiden, also an einer extremen Angst vor Nadeln, wird es zu diesem Moment vermutlich gar nicht erst kommen. Hier wäre wohl eher die Moxa-Therapie von Vorteil. Wer allerdings nur ein bisschen nervös ist, wird relativ schnell beruhigt sein. Im Vergleich zu den Nadeln, die man so von diversen medizinischen Behandlungen oder etwa von Impfungen kennt, sind Akupunktur-Nadeln wesentlich feiner und somit weniger angsteinflößend. Der „Schmerz“ oder das unangenehme Ziehen beim Einführen der Nadel ist hier also weit geringer oder sogar kaum wahrnehmbar. Zudem wird der Akupunkteur seinen Patienten Schritt für Schritt durch die Behandlung führen, um Ängste und Nervosität zu lindern. Wer zwar keine Angst vor Nadeln hat, sich jedoch um das Risiko einer Infektion sorgt, kann ebenfalls beruhigt sein. Professionelle Akupunkteure legen höchsten Wert auf Hygiene und die Verwendung ausschließlich steriler Nadeln. Außerdem sind negative Nebenerscheinungen der Akupunktur ebenfalls sehr gering – man muss einzig mit ein paar leichten Blutergüssen, die eine typische Reaktion auf die erste Behandlung sind, rechnen.

Akupunktur entspannt und macht müde

Anders als in einer typischen Arztpraxis, spielt bei der Akupunktur auch die Atmosphäre eine wichtige Rolle. Im Vergleich zum typisch sterilen Aussehen einer Praxis sind Akupunktur-Praxen deutlich entspannter und auf Wohlempfinden ausgelegt. Sanfte Musik, gedimmte Licht und weiche Liegemöglichkeiten machen die ganze Behandlung also um einiges entspannter als viele glauben würden. Im Grunde ist es eher mit einer Wellness-Massage zu vergleichen als mit einer medizinischen Behandlung. Allerdings kann man sich im Anschluss gerne mal etwas zu entspannt fühlen oder sich sogar etwas benebelt fühlen. Das ist allerdings eine völlig normale Reaktion und keinesfalls ein Grund zur Sorge. Natürlich kann die Reaktion von Person zu Person variieren, doch normalerweise wird man sich nach der ersten Behandlung angenehm müde fühlen und sollte sich durchaus eine Runde aufs Ohr hauen. Wer die persönliche Reaktion dann langsam kennt, kann die folgenden Termine auch zeitlich viel besser einplanen. Alles in allem mögen die Nadeln zwar zunächst etwas furchteinflößend sein, doch Akupunktur ist weit angenehmer als viele denken.