Diät

Gewicht und Genetik hängen offenbar doch nicht stark zusammen

Umweltfaktoren wie die Ernährung nehmen eine viel größere Rolle beim Körpergewicht ein als die Gene. /Bild: Fotolia
Gewicht und Genetik hängen offenbar doch nicht stark zusammen
Catharina Kaiser

Aufgrund der Genetik sind eine Vielzahl von Attributen vorbestimmt – etwa die Farbe der Augen oder die Form der Ohren. So vielseitig die genetischen Effekte auch sein mögen, das Gewicht, oder besser gesagt die Fähigkeit schnell abzunehmen, wird davon nicht wirklich beeinflusst. Zu diesem Ergebnis kam nun ein Forscherteam des King’s College in London, welches an 786 Personen untersuchte, wie der Darm Fett verarbeitet und verteilt.

Umweltfaktoren vs. Genetik

Um dies herauszufinden, untersuchten die Forscher Stuhlproben von Zwillingen und konnten erfolgreich sogenannte Biomarker identifizierten, die einer Zunahme des viszeralen Fettes um die Taille entsprachen. Dabei stellte sich heraus, dass die Gene bei der Gewichtszunahme nur eine bedingte Rolle spielten und stattdessen eher Umweltfaktoren dafür verantwortlich waren, ob Personen schneller zu- oder abnahmen. So konnten lediglich 17,9% aller Prozesse im Darm mit Erbfaktoren in Verbindung gebracht werden. Im Gegensatz dazu wirkten sich Umweltfaktoren, wie die Ernährung , auf 67,7% der Darmprozesse aus.

Neue Erkenntnis bringt neue Methoden

Laut Studienleiter Dr. Jonas Zierer könnten diese neue Erkenntnis eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung künftiger Behandlungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit Fettleibigkeit spielen. „Die Studienergebnisse legen nahe, dass die Darmumgebung durch externe Faktoren verändert werden kann und Fettleibigkeit somit nicht rein genetisch bedingt ist“, so Dr. Zierer. Ebenso zeige sich erneut in welch extremer Art und Weise die Darmmikroben auf Ernährung reagieren und welche Auswirkung dies auf die Gesundheit haben kann. „Zu wissen, dass diese größtenteils durch das, was wir essen, gesteuert werden, anstatt durch die Genetik, ist eine großartige Neuigkeit und eröffnet viele Möglichkeiten, Nahrung als Medizin zu verwenden“, so Leiter der Zwillingsforschungsgruppe Prof. Tim Spector. In diesem Zusammenhang ergab eine Studie des St. Michael’s Hospital in Toronto, dass der Verzehr von Pasta, als Teil einer nahrhaften Ernährung, beispielsweise dabei helfen kann ein paar Kilos zu verlieren. Dadurch wird die allgemeine Annahme, dass man Kohlenhydrate zu Gunsten eines gesünderen Lebensstils strikt reduzieren müsse, wenn nicht im Idealfall sogar vollständig aus der Ernährung eliminieren sollte, erneut in Frage gestellt.