Partnerschaft

Was Facebook-Posts über die Beziehung verraten

Vielposter machen ihr Selbstwertgefühl stark von Likes und Statusmeldungen abhängig. /Bild: Fotolia
Was Facebook-Posts über die Beziehung verraten
Catharina Kaiser

Wenn es um Paare und Facebook geht, gibt es genau zwei Kategorien: die einen, die ihr Liebesleben in aller Detailtreue auf Facebook und Co. inszenieren und jene, von denen Facebook-Bekanntschaften nicht einmal wissen würden, dass sie ein Paar sind. Unterschiedlicher könnte es Spoiler-Alarm: Es ist nicht alles so rosig wie es scheint.

Was Paare posten

Gemeinsames Dinner, zusammen ein Eis essen gehen und diverse Bilder mit einer Liebeslyrik im Anhang – manche Paare scheinen sich auf Facebook ordentlich auszutoben. Single-Freunde, die sich die ganze Herumturtelei ansehen dürfen, könnten da schon genervt die Augen verdrehen – und niemand kann es ihnen verübeln. Doch genau diese Personen werden die neuen Studienergebnisse sicherlich interessant finden. Denn Beziehungen, die in aller Ausführlichkeit auf Facebook ausgetragen werden, sind bei weitem nicht so happy wie es scheinen mag. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des Albright Colleges, welche Facebook-Nutzer, die sich zum Zeitpunkt der Studie in einer Beziehung befanden, zu ihrer Beziehungszufriedenheit wie auch ihrer Facebooknutzung und ihren Charakterzügen befragten. Jene, die in ihren Beziehungen zufriedener waren, nutzen Facebook in erster Linie um liebevolle Kommentare zu auf der Wall des Partners zu posten, oder um gelegentlich Bilder zu posten. Klingt sowie eigentlich ganz nett oder? Doch natürlich gibt es auch negative Seiten.

Reale Beziehung vs. Facebook Inszenierung

Die Veröffentlichung all dieser zuckersüßen Bilder und Statusmeldungen haben einen enormen Einfluss auf die Sicherheit sowie das Selbstwertgefühl in Beziehungen – und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Postet der Partner also nicht regelmäßig weiter oder werden nicht genügend Likes erhalten, könnte das Beziehungsglück sozusagen am „seidenen Faden“ hängen. Teilnehmer mit einer hohen Punktezahl für Neurotizismus, einer der Big Five Persönlichkeitsfaktoren, hatten hingegen eher die Tendenz online mit ihren Beziehungen zu prahlen, um daraus ihr Selbstwertgefühl zu ziehen. Zudem würden Menschen, die Facebook häufiger als ein Mal pro Tag nutzen, Studien zufolge eher aufgrund sozialer Medien Beziehungsprobleme erleben, während jene, die schamlos über ihre Beziehungen posten, deutlich unsympathischer auf andere wirken.

Problematisch wird es also vor allem dann, wenn Posts über die scheinbar glückliche Beziehung dazu dienen, die eigene Sicherheit sowie das Bewusstsein der anderen über das Glück dieser Partnerschaft zu stärken. In diesem Fall hängt das Selbstwertgefühl nämlich vollständig von der eigenen Beziehung sowie der Meinung anderer ab, was nicht hilfreich ist.