Gesundheit

Apps vs. Ärzte: Die Medizin im digitalen Umbruch?

Lösen Health Apps innerhalb des technologischen Wandels bald Ärzte ab? /Bild: Fotolia
Apps vs. Ärzte: Die Medizin im digitalen Umbruch?
Catharina Kaiser

Health Apps gibt es wie Sand am Meer und vor allem im medizinischen Bereich scheinen Smartphones zu einem immer wichtigeren Gadget zu werden. Ob Herzfrequenz, Schrittfrequenz oder Schlafqualität – alles kann und wird mithilfe diverser Apps überwacht. Doch entgegen herkömmlicher Trackinguhren entwickeln sich diese immer weiter und drohen nun auch die „ernsthafte Medizin“ zu infiltrieren. Neben AI Systemen in Krankenhäusern, sollen sie immer verlässlichere Messungen ermöglichen und so dazu führen, dass sich User praktisch selbst diagnostizieren. Ein Durchbruch? Sicherlich. Allerdings sind die Konsequenzen nicht ausschließlich positiv.

Machen Health Apps Ärzte überflüssig?

Inzwischen bietet der Appstore satte 1,2 Millionen Health-Apps an, deren Aufgaben sich logischerweise in erster Linie auf einen gesunden Lebensstil beziehen. Anstatt wie bisher einfach nur gewisse Faktoren, wie die Dokumentation der Flüssigkeitsaufnahme, die Schlafdauer oder die Anzahl der Schritte zu messen, verlagern neue Versionen ihren Fokus jedoch zunehmend auf ernsthafte Bereiche. Dabei stehen die Überwachung körperlicher Funktionen wie Herzfrequenz, Blutdruck, Augeninnendruck, Hirnströme, oder Lungenfunktion im Zentrum. Im Grunde also Dinge, die normalerweise bei einem Arzt überprüft werden. Im Gegensatz dazu haben Smartphones  jedoch einen wesentlichen Vorteil. Diese liefern nämlich nicht nur Momentaufnahmen, sondern verwerten Daten, welche über einen längeren Zeitraum hinweg gesammelt wurden. Die Ergebnisse könnten somit also theoretisch tatsächlich aussagekräftiger sein.

Riskante Fehlerquote

So innovativ Health Apps auch sein mögen, die Sache ist nicht ausschließlich positiv. Aufgrund der Versprechen diverser App-Hersteller sind Experten besorgt, die Ergebnisse könnten generell zu ernst genommen werden. In vielerlei Hinsicht sind aktuelle Versionen jedoch noch fehleranfällig und können daher zu riskanten Verwirrungen führen. Zwischen Wahrheit und Fehler zu unterscheiden, fällt allerdings nicht nur Usern, sondern auch Ärzten zunehmend schwerer, was laut FDA hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfordert. Sowohl die Sicherheit als auch die präzise Funktionen müssen laut Experten im Vordergrund stehen und genau ergründet werden. Erst dann könnten Health Apps tatsächlich einen medizinischen Mehrwert aufbringen.