Ernährung

Hangry: Wenn nicht nur der Magen knurrt 

Hangy bezeichnet das Gefühl von Wut durch Hunger und ist kein Mythos. /Bild: Fotolia
Hangry: Wenn nicht nur der Magen knurrt 
Catharina Kaiser

Vereinen sich Hunger und Wut nennt sich das ganze Hangry und ist nicht gerade eine witzige Sache. Weder für einen selbst noch für das Umfeld. Während es einige über längere Zeit ganz prima ohne Essen aushalten, ähneln andere den Akteueren in der Snickers Werbung. Sie sind also nicht sie selbst – sie sind hangry. Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter diesem Phänomen?  

Wenn Hunger wütend macht

Obwohl einige vielleicht denken, dass es sich dabei um einen Mythos handelt, konnte das  negative Zusammenwirken von Hunger und Wut bereits wissenschaftlich belegt werden. So ergab eine Studie von Jennifer MacCormack, einer Doktorandin der Universität von North Carolina, dass hungrige Menschen tatsächlich eher irrational wütend werden, wenn etwas nicht ganz nach Plan verläuft. Möglicherweise könnte das auch der Grund sein, warum irgendwie alles frustrierender ist, wenn man hungrig ist. Zumindest schien genau dies im Rahmen des Experiments der Fall zu sein. Dabei wurden hungrige Menschen bewusst negativen Situationen ausgesetzt, um Veränderungen im Verhalten analysiere zu können. Das Ergebnis? Die hungrigen Studienteilnehmer reagierten weit gereizter und fühlten deutlich mehr Wut als andere Personen, was den Zusammenhang von Hunger und Emotionen eindeutig belegt. „Man wird also nicht einfach nur hungrig, man beginnt das gesamte Universum zu verfluchen“, erklärt Co-Studienautorin Prof. Dr. Kristen Lindquist. Das Problem ist daher, dass das simple Empfinden von Hunger mit einer starken Emotion als Reaktion auf einen Menschen oder eine Situation verwechselt wird. Dabei bräuchte es nur einen kleinen Snack und die Welt wäre wieder in Ordnung. 

Hangry ist kein Mythos

Wenn es um die Wahrnehmung der Welt und das persönliche Verhalten geht, spielt der  körperliche Zustand eine wesentliche Rolle. Müde, krank oder hangry zu sein, kann sich also in extremer Weise drauf auswirken. Daher ist es umso wichtiger, auf seinen Körper und dessen Signale zu achten – nicht nur um die langfristige psychische Gesundheit, sondern ebenso die tägliche Qualität der psychologischen Erfahrungen, zu verbessern. Und glücklicherweise gibt es dafür einige kleine Tricks. Wer eher dazu tendiert, schnell Hunger zu bekommen und somit hangry zu werden, sollte stets eine Flasche Wasser sowie einen kleinen Snack bei sich haben. Ob Smoothies, Proteinriegel oder andere kleine Häppchen eignen sich hierfür ideal und halten die eigene Welt im Gleichgewicht. „Auf zuckerhaltige Snacks sollte man allerdings lieber verzichten, da sie einen rasanten Anstieg, gefolgt von einem extremen Abfall, des Blutzuckerspiegels verursachen können und somit erst recht die Chance erhöhen hangry zu werden“, so Amanda Salis von der University of Sydney. Bevor man das nächste Mal also wie wild durch die Gegend flucht und sich in einen kleinen grünen Hulk verwandelt, wäre es eine Überlegung wert, sich einen kleinen Snack zu gönnen. Denn hangry zu sein ist real!