Familie

Wenn Zucker den Kinderwunsch platzen lässt

Schon ein zuckerhaltiges Getränk pro Tag reduziert die Fruchtbarkeit drastisch. /Bild: Fotolia
Wenn Zucker den Kinderwunsch platzen lässt
Catharina Kaiser

Obwohl Marry Poppins Lied „Ein Löffelchen voller Zucker“ noch einigen im Gehirn herumgeistert, hilft Zucker nicht wirklich und schon gar nicht, wenn es um die Fruchtbarkeit geht. Neuen Studien zufolge ist Zuckerkonsum, etwa durch zuckerhaltige Getränke, nämlich nicht nur für die Gesundheit oder das Gewicht ein großes Risiko. Ob Typ-2-Diabetes, eine frühzeitige Menstruation oder eine schlechtere Qualität der männlichen Spermien – vieles kann auf den steigenden Konsum von Zucker zurückgeführt werden. 

Zucker senkt Chancen auf Schwangerschaft 

Amerikaner sind beim Zuckerkonsum bekanntlich die Spitzenreiter. Mit knapp 34 Kilogramm pro Jahr überschreiten sie die von der WHO empfohlene maximale Tagesdosis um knapp 50%. Das bleibt nicht ohne Folgen. Nun hat eine Studie der Boston University School of Public Health erstmalig den Effekt beliebter zuckerhaltiger Limonaden, wie Coca Cola, im Bezug auf die Fruchtbarkeit hin untersucht. Über einen Zeitraum von 12 Monaten wurden 1.045 Männern und 3.828 Frauen gebeten, sowohl ihre Ernährungs- und Trinkgewohnheiten als auch andere Faktoren ihres Lebensstils anzugeben. Wie sich herausstellte, würde nur ein Glas zuckerhaltige Limonade täglich bereits ausreichen, um die Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft um 25% zu senken. Und auch Männer sind vor den fatalen Folgen nicht gewahrt, denn auch ihre Fruchtbarkeit würde laut Studienautoren um rund 33% gesenkt werden. „Die Korrelation zwischen Zucker und geringerer Fruchtbarkeit blieb auch dann noch bestehen, wenn andere Faktoren, wie Koffein-, Nikotin- oder Alkoholkonsum untersucht wurden“, so Studienleiterin Dr. Elizabeth Hatch von der Boston University. 

Drastische Folgen von Zucker & Energy-Drinks 

Um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, sollten Paare also den Konsum dieser Getränke einschränken. Insbesondere auch deshalb, weil sie mit vielen anderen negative Auswirkungen auf die Gesundheit in Verbindung gebracht werden. Doch nicht nur zuckerhaltige Limonaden sind mit Vorsicht zu genießen. Vor allem Energy-Drinks stellen eine große Gefahr dar, da ihre Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit noch drastischer ausfallen können. Im Vergleich dazu wären Fruchtlimonaden sowie Diät-Getränke noch eher vertretbar, da ihre Effekte laut Forschern nur gering ausfielen. Dabei muss allerdings bedachtet werden, dass die Studie angesichts der relativ kleinen Anzahl an Teilnehmern nicht repräsentativ ist, weshalb die genauen Korrelationen genauer untersucht werden müssten. Die bisherigen Ergebnisse seien laut Studienautoren jedoch enorm wichtig, um den Fokus auf das negative Zusammenspiel aus Zucker und Fruchtbarkeit zu legen und somit Aufmerksamkeit zu erzeugen.