Gesundheit

Rasierschaum als Hausmittel bei Sonnenbrand? 

Kann Rasierschaum einen Sonnenbrand heilen? /Bild: Fotolia
Rasierschaum als Hausmittel bei Sonnenbrand? 
Catharina Kaiser

Jeder, der im Sommer gerne mal zum Sonnenanbeter mutierte, hat dies zumindest schon einmal im Leben mit einem ordentlichen Sonnenbrand gebüßt. Dass das weder gesund noch schmerzfrei ist, dürften die meisten aus eigener Erfahrung wissen. Kein Wunder, dass sich viele schnell auf die Suche nach möglichst guten Hilfsmittelchen machen, um den Schaden so schnell wie möglich wieder zu beheben. Blöd nur, dass viele Mittel zwar der Haut helfen, aber der Geldbörse schaden. Günstige Hausmittel und Tricks sind also immer eine erwünschte Alternative und werden dementsprechend im Handumdrehen viral, sobald sie einmal angepriesen wurden. So ist es auch bei Rasierschaum, der im Falle eines Sonnenbrands durchaus helfen kann. Stellt sich nur die Frage, was Experten und Dermatologen von der Sache halten. 

Rasierschaum statt teuren Lotionen? 

Die Anwendung ist supereinfach: Rasierschaum auf die betroffene Hautstelle auftragen, etwas einziehen lassen und schon soll der Schmerz weg sein. Denn Rasierschaum soll die Wärme aus der Haut ziehen und sie mit genügend Feuchtigkeit versorgen, um den Sonnenbrand zu lindern. Nach 30 Minuten kann es dann mit lauwarmen oder kaltem Wasser abgewaschen werden. Sofern es benötigt wird, kann die Behandlung auch am nächsten Tag nochmal durchgeführt werden. Normalerweise sollte der Sonnenbrand jedoch bereits nach der zweiten Behandlung verschwunden sein. Doch würden Ärzte diese Selbstbehandlung ebenfalls empfehlen? „Es gibt tatsächlich nicht viele Beweise dafür, dass Rasierschaum in diesem Fall helfen kann. Doch ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen es versuchen werden. Jeder hat gelegentlich einen Sonnenbrand und fast jeder hat Rasierschaum zuhause“, erklärt Dr. William Huang, außerordentlicher Professor für Dermatologie am Wake Forest Baptist Medical Center. Seiner Meinung nach wäre es auch durchaus möglich, dass ein Sonnenbrand auf diese Weise behandelt werden könnte. Denn die wichtigste Zutat in Rasierschaum ist Wasser, was bedeutet, dass er viel Feuchtigkeit spendet. Allerdings kann dies auch durch viele Öle, wie beispielsweise Kokosnussöl, erreicht werden. Weitere nützliche Zutaten in Rasiercremen sind Glycerin und Aloe-Vera, welche ebenfalls feuchtigkeitsspendende und entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. 

Was halten Dermatologen davon?  

Zu viel Vertrauen sollte dennoch nicht in solche Hausmittel gelegt werden, besonders nicht in die Annahme, dass Rasierschaum das Abschälen der Haut verhindern kann. Denn ob sich die Haut nach einem Sonnenbrand löst oder nicht, hängt sowohl vom Hauttyp als auch von der Intensität der Verbrennung ab. Cremen, Gels oder sonstige Mittel haben damit rein gar nichts zu tun. „Sobald diese Mittel aufgetragen werden, ist der Schaden ja bereits angerichtet – anschließend zählt nur noch wie tief die Verbrennung in die Hautschichten hineinreicht“, so Dr. Huang. Je weiter der Sonnenbrand vorgedrungen ist, desto wahrscheinlicher wird es zu einer Ablösung der Haut kommen. Generell kann Feuchtigkeit jedoch dabei helfen, den Heilungsprozess der Haut zu beschleunigen. Wobei es normalerweise natürlich gar nicht erst soweit kommen sollte. Denn man kann einen oberflächlichen Sonnenbrand also durchaus mit Rasierschaum lindern, doch der Körper vergisst trotzdem nicht, was ihm zuvor passiert ist.