Ernährung

Das Käse-Paradoxon

Käse ist nicht schlecht für’s Herz – im Gegenteil! /Bild: Fotolia
Das Käse-Paradoxon
Catharina Kaiser

Gute Nachrichten für alle Käse und Milchliebhaber! Lange Zeit wurden Käse und anderen Milchprodukten eine negative Auswirkung auf die Gesundheit, insbesondere im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nachgesagt. Ebenso wurde bei Hautirritationen oder verstärkten Blähungen schnell der Genuss von Milchprodukten verantwortlich gemacht. Damit ist nun allerdings Schluss und Käseliebhaber dürfen sich freuen! Einer neuen Studie zufolge hängen die in Milchprodukten enthaltenen gesättigten Fette nämlich nicht mit einem gesteigerten Risiko für Herzprobleme zusammen. Die Studie, welche die Auswirkungen von Milchprodukten über einen Zeitraum von 22 Jahren untersuchte, wurde Anfang Juli im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. 

Von wegen gefürchtete Fette

Im Rahmen der Studie konzentrierten sich die Forscher vorwiegend auf die Risikogruppe zur Entwicklung von Herzerkrankungen. Der Altersdurchschnitt der 2.907 Studienteilnehmer lag bei 65 Jahren. Zu Beginn wies keiner der Teilnehmer eine Form von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Die Konzentration von Fettsäuren, welche häufig Auslöser für Herzerkrankungen sind, wurden durch Blutplasma-Proben ermittelt und anschließend nach 6 und 13 Jahren nochmals überprüft. Am Ende der Studie wurden 2.428 Todesfälle registriert, von welchen 33 als Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingetreten waren. Dabei stellte sich heraus, dass Teilnehmer mit einem höheren Fettsäuregehalt ein um 42% niedrigeres Risiko hatten, später an einem Schlaganfall zu sterben. Darüber hinaus wurde die im Blut gefundene Margarinsäure, eine Form von gesättigter Fettsäure, mit einem reduzierten Risiko für Todesfälle durch kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden. 

Schluss mit falschen Vorurteilen

„Die Studienergebnisse unterstützen die wachsende Menge an Beweisen, die belegen, dass Milchfett entgegen der landläufigen Meinung das Risiko für Herzerkrankungen nicht erhöht“, so Dr. Marcia Otto, Hauptautorin der Studie und Assistenzprofessorin an der UTHealth School Public Health. Im Gegenteil, die in Käse enthaltenen Fettsäuren haben sogar die Fähigkeit, das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle zu senken. Eines der größten Probleme liegt für das Forscherteam darin, dass viele Menschen nicht ausreichend oder falsch über Ernährungsbedürfnisse informiert werden. Dies würde speziell auf den Konsum von Fettsäuren zutreffen. Solide Studien und eine bessere Aufklärung wären die einzige Lösung, um Menschen zu einer ausgewogeneren und gesunden Ernährungsweise verhelfen zu können. Doch glücklicherweise können Käse und Co. von nun an ganze ohne schlechtem Gewissen verschlungen werden.