Ernährung

Hitze, Eis und Lebensmittelvergiftungen

Geschmolzenes Eis sollte nicht nochmals eingekühlt und gegessen werden. /Bild: Fotolia
Hitze, Eis und Lebensmittelvergiftungen
Catharina Kaiser

Gerade in den Sommermonaten steigt die Gefahr von Lebensmittelvergiftungen an und das nicht nur weil man im Sommer liebend gerne Picknicks macht und zum Barbecue einlädt. Fleisch und Fisch sind nämlich bei weitem nicht die einzigen Übeltäter, die einem den Magen umdrehen können. Das gleiche Risiko besteht bei gefrorenen Desserts und Schokolade – Zwei Produkte, bei deren Verzehr man sich doch eigentlich in Sicherheit wiegen würde. 

Jährlich grüßen die Lebensmittelvergiftungen 

Alleine in Großbritannien gibt es schätzungsweise 1 Million Lebensmittelvergiftungen pro Jahr, was die Wirtschaft über 1 Milliarde Pfund kostet. Zu den üblichen bakteriellen Verdächtigen gehören Campylobacter, Salmonellen, E. coli und Listerien. Denn sie alle gedeihen bei den wärmeren Temperaturen und führen zu einer hohen Anzahl von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Sofern ein Produkt mit einem dieser Erreger verzehrt wurde, lassen die Symptome nicht lange auf sich warten. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe – all diese  Beschwerden können durch das Naschen an den falschen Lebensmittel ausgelöst werden. Wie man dies bei Fleisch und Fisch verhindern kann, ist relativ klar: Hochwertige Produkte kaufen, auf die korrekte Kühlung achten und gut kochen, bzw. anbraten. Doch worauf genau muss man bei allen anderen Lebensmittel achten und welche sind in Sachen Lebensmittelvergiftungen die gefährlichsten? 

We all scream for Ice Cream 

Dass einen Eis zum Schreien bringt, liegt oftmals nicht nur am guten Geschmack. Bei all den Bakterien, die sich in geschmolzenem Eis befinden, kann sich der Freudenschrei nämlich schnell in einen Angstschrei verwandeln. Bakterien und insbesondere Listerien können gefährlich sein. Denn Eis kann bereits direkt nach dem Kauf zu einem Risiko werden, vor allem wenn es leicht schmilzt und anschließend wieder tiefgekühlt wird. Bei den heißen Sommertemperaturen kann das ja auch relativ schnell passieren. Ebenso riskant ist es, wenn Eis absichtlich draußen gelassen wird, damit man es leichter mit dem Löffel essen kann. Die zuckerhaltige und aufgetaute Flüssigkeit verwandelt sich dann in eine perfekte Petischale für Bakterien wie Listerien. Um die Kombination aus Brain-Freeze und Magen-Krämpfen zu vermeiden, sollte Eis unmittelbar in den Tiefkühler wandern und keinesfalls derselbe Löffel verwendet werden, wenn man Nachschlag braucht. Das geschmolzene Eis am Löffel ist in gleicher Weise gefährlich. Wer lieber auf selbstgerechtes Eis setzten und seiner Kreativität freien Lauf lassen möchte, sollte zudem darauf achten, stets pasteurisierte Milch und Sahne zu verwenden. Ansonsten besteht Experten zufolge das Risiko einer Salmonellenvergiftung. 

Die besten Tipps 

Im Sommer möchte man alles am liebsten eisgekühlt haben – der Spaß hält allerdings nicht lange an. Denn nicht nur der Mensch liebt die sommerlichen Temperaturen, auch Bakterien sind große Fans davon – und das bezieht sich nicht eben nur auf Fleisch und Co. Eiskaffee, Frucht-Smoothies oder Wassermelonen haben ihre Schattenseiten. So wurde im Rahmen einer BBC watchdog investigation in drei der größten Kaffeeketten Großbritanniens eine hohe Konzentration von fäkalen Bakterien im Eis festgestellt. Im Gegensatz zu geschmolzenem Eis, in dem Bakterien entstehen, können sich diese auch durch den Boden in Früchte einschleichen. Sie haften meist an der Schale, weshalb das Waschen oder Schälen der Früchte ausreicht, um sich vor ihnen zu schützen. Zudem produzieren viele Bakterien einen unangenehmen Geruch, der die Nase rechtzeitig warnt. Im Kühlschrank kann der alarmierende Geruch allerdings ausbleiben, daher sollte hier große Vorsicht herrschen. Gründliches Händewaschen, das Achten auf die richtigen Kühltemperaturen und zu vermeiden, dass Lebensmittel zu lange in der Wärme gelagert werden, sind die besten Tricks, um sich vor Lebensmittelvergiftungen zu schützen.