Ernährung

Was das Essverhalten über den Charakter verrät 

Die Anordnung von Speisen am Teller verrät Charakterzüge. /Bild: Fotolia
Was das Essverhalten über den Charakter verrät 
Catharina Kaiser

Alle Speisen am Teller mischen und herunterschlingen oder ordentlich nach der Reihe Beilage um Beilage verspeisen? Das Verhalten beim Verspeisen von Mahlzeiten liefert einige Informationen,  zum Beispiel, ob man chaotisch is(s)t, panische Angst vor Gluten hat oder eine Frittiertes eine unerklärliche Anziehungskraft auf einen ausübt. Beim Essen zeigt sich für Forscher allerdings noch viel mehr. Es verrät bestimmte Charaktermerkmale.

Essverhalten & Charakter

„Es gibt keine richtige Bezeichnung für Esser, es vermittelt eher einen Persönlichkeitstyp“, erklärt Verhaltensexpertin Juliet A. Boghossian. Menschen, die ihre Mahlzeiten auf dem Teller in einer Kreisform essen, können etwa als besonders ordnungsliebend bezeichnet werden. Sie lieben Struktur und brauchen sie in fast jeder Lebenslage. „Isolationsesser“ beginnen hingegen stets mit einer Form von Lebensmittel und wandern erst, wenn diese vollständig verspeist wurde, zur nächsten Beilage. Um die Verhaltensweise von Essern besser erklären zu können, vergleicht Boghossian isolationistische Esser mit einer anderen bekannten Art von skurrilen Essern: Jene, die darauf bestehen, dass kein Nahrungsmittel auf dem Teller ein anderes berührt. Jedes Lebensmittel sollte getrennt sein, jede Beilage hat ihren eigenen Bereich. Der Unterschied bei diesen beiden Essern besteht darin, dass letzterer in der Wissenschaft recht gut erforscht ist. Im Gegensatz dazu sind „Isolationsesser“ weniger gut ergründet. Sie können jedoch eine wirkliche Phobie entwickeln, die sich auch in anderen Alltagssituationen zeigen kann. In erster Linie haben diese Personen Angst vor Schmutz und Chaos, weshalb alles seinen Platz haben muss. Beim Essen kann ein solches Chaos dann etwa zu wirklich intensiven Ekelgefühlen führen und den Betroffenen den Appetit verderben.

Man ist, wie man isst 

Nicht was man isst, sondern wie man isst soll also Aufschlus über die Persönlichkeit geben – Zumindest, wenn es nach einigen Forschern geht, die den Zusammenhang zwischen Essverhalten und Charakterzügen untersucht haben. Gewohnheiten werden im Gehirn gebildet und wirken sich auf alle Lebensbereiche und demnach auch auf das Essverhalten aus. Erkennt man ein immer wiederkehrendes Verhalten, hat das eine tiefere Bedeutung. Sei es nun, dass man stets jede Beilage einzeln verspeist oder von allem etwas gleichzeitig kosten möchte. In gleicherweise könnte ein wählerisches Essverhalten, auch „Lebensmittel-Neophobie“ genannt, auf einen gewissen Charakter verweisen. Einer finnischen Studie zufolge würde die Angst vor neuen unbekannten Speisen sowie die Vorliebe für gewisse Geschmäcker sogar vererbbar sein. Wer sein Gegenüber also etwas besser kennenlernen möchte, sollte mal einen Blick über den eigenen Tellerrand und auf den gegenüberliegenden Teller werfen.