Beauty

Snapchat-Selfie als Vorlage für Schönheits-OP

Aussehen wie auf dem Snapchat-Selfie mit Filter - Das wünschen sich immer mehr Menschen beim Schönheitschirurgen. /Bild: Fotolia
Snapchat-Selfie als Vorlage für Schönheits-OP
Catharina Kaiser

Mit Flowerkrone, Herzchenaugen oder Welpenohren – die Auswahl an Filtern auf Snapchat ist riesig und stets im Zeitalter der Bildbearbeitung. Egal wo man hinsieht, bei fast jedem Bild wird ein bisschen nachgeholfen. Dank diverser Filter gelingt das auch im Handumdrehen. Falten glätten, Augen vergrößern, Zähne bleichen und vollere Lippen – für all das braucht es nichts weiter als einen Wisch über den Screen. Leider ist das inzwischen allerdings zur fast zur Norm geworden und kommt der Wahrnehmung von Schönheitsidealen nicht zugute. Immer mehr Schönheitschirurgen berichten von mit Snapchat-Selfies bewaffneten Patienten, die ihrem bearbeiteten Ich etwas ähnlicher sehen wollen. 

Snapchat als OP-Vorlage? 

Forscher des Boston Medical Centers warnen bereits vor den katastrophalen Einflüssen, die Snapchat- und Instagram-Filter mit sich bringen. Die Bildbearbeiten wirken auf das Selbstwertgefühl und erzeugen unrealistische Schönheitsideale. Deshalb bezeichnen Experten den neuen Trend inzwischen als „Snapchat Dysmorphia“, und deklarieren ihn als eine krankhafte Störung. Laut dem im Journal JAMA  Facial Plastic Surgery veröffentlichten Artikel können Filter eine körperdysmorphe Störung, also eine Geisteserkrankung, auslösen, die zu zwanghaften Tendenzen wie übermäßigen Schönheitsverfahren führt. Für Schönheitschirurgen gibt es jedoch noch ein weiteres Problem. Die Filter sind teilweise so realitätsfern, dass die Grenzen hinsichtlich der Wünsche der Patienten zwischen Realität und Phantasie zu verschwinden drohen. Zudem versuchen Patienten nicht nur ihrer überarbeiteten Version ähnlicher zu werden, immer mehr Menschen möchten sich operieren lassen, um auf Selfies besser auszusehen. Dementsprechend haben sich auch die gewünschten Eingriffe deutlich verändert. 

Neue Filter, neue Eingriffe

Standen früher noch Nasenkorrekturen und Liftings an der Tagesordnung eines Schönheitschirurgen, sind es nun ganz andere Eingriffe, die den täglichen Job prägen. Die Art der Schönheitsoperationen wurde nämlich ebenso extrem vom Aufkommen diverser Filter beeinflusst. Inzwischen suchen Patienten gezielt nach Verfahren, die ähnliche Effekte wie ein Snapchat Filter erzielen, wie etwa  Nasen- und Gesichtssymmetrie, Rhinoplastik, Haartransplantationen und Augenlid-Korrekturen. Dies ist das aktuellste Ergebnis aus einer ganzen Reihe neuer Studien, welche belegen, dass gerade Jugendliche zunehmend Probleme damit haben, zwischen realem Leben und sozialen Medien zu differenzieren, worunter das Wohlbefinden merklich leidet. Das betritt nicht nur den verstärkten Wunsch, sich den überarbeiteten und mit diversen Filtern überladenen Bildern optisch anzunähern, sondern auch das wachsende Gefühl von Einsamkeit. Laut einer 2017 veröffentlichten Studie an der 1.500 Personen zwischen 15 und 24 Jahren teilgenommen hatten, würde insbesondre Instagram die Gefühle von Angst und Unzulänglichkeit intensivieren.