Gesundheit

5-Minuten-Scan sagt Demenz voraus

Menschen mit einem intensiven Pulsschlag erleben in der nächsten Dekade eher einen stärkeren kognitiven Rückgang. /Bild: Fotolia
5-Minuten-Scan sagt Demenz voraus
Trixi Kouba

Ein Scan, der nicht länger als fünf Minuten dauert, soll noch vor dem Auftreten von Symptomen erkennen, welche Menschen später Demenz entwickeln.

Eine schnelle Früherkennungs-Methode wollen britische Forscher entwickelt haben: Mithilfe einer Sonografie wird die Halsschlagader von Patienten fünf Minuten lang beobachtet. Damit werden die Geschwindigkeit des Blutflusses und die Steifigkeit der Gefäßwände gemessen. Ein internationales Forscherteam, das von der University College London (UCL) geleitet wurde, maß diese Daten bei über 3.000 Menschen und beobachtete die Versuchsteilnehmer anschließend für die nächsten 15 Jahre. Es zeigte sich, dass jene Menschen mit dem intensivsten Puls in der nächsten Dekade einen stärkeren kognitiven Rückgang erlebten. Mit der neuen Methode erhoffen sich die Wissenschaftler den kognitiven Verfall besser vorhersagen zu können. Je früher Demenz erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.

Je intensiver Puls, desto stärker die geistigen Probleme

Was hat der Pulsschlag mit dem Demenz-Risiko zu tun? Ein intensiver Puls kann die kleinen Blutgefäße im Gehirn schädigen und zu Mini-Schlaganfällen führen, die unbemerkt bleiben. Die Versuchsteilnehmer in der Studie mit dem intensivsten Pulsschlag hatten am Beginn der Studie 2002 ein um die Hälfte erhöhtes Risiko, in den nächsten 10 Jahren kognitive Probleme zu entwickeln, als der Rest der Teilnehmer. Das wäre das Äquivalent zu einem zusätzlichen Rückgang der geistigen Fähigkeiten von eineinhalb Jahren, so die Forscher laut BBC.

Ein Rückgang der kognitiven Fähigkeiten ist oft eines der ersten Anzeichen von Demenz. Doch nicht jeder mit diesem Symptom entwickelt im späteren Leben auch diese Krankheit. Mithilfe des Fünf-Minuten-Scans wollen die Wissenschaftler jene Menschen identifizieren, die in die Risikogruppe fallen. Damit wird Zeit gewonnen, früh mit Therapien zu beginnen und seinen Lebensstil zu ändern.

Tipps, um Demenz vorzubeugen

Wie zahlreiche Studien zeigen, kann im Vorfeld etwas gegen die Entwicklung von Demenz unternommen werden. Der Blutdruck und Cholesterin-Spiegel sollte kontrolliert werden. Das gelingt mit einer gesunden Ernährung, regelmäßigem Sport und dem Verzicht auf Zigaretten. Denn Demenz entspringt aus jahrelangen Schäden am Körper – Ist die Erkrankung einmal aufgetreten, ist es zu spät, um etwas dagegen zu unternehmen.

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