Familie

6 toxische Arten von Mutter-Tochter-Beziehungen

Die Mutter-Tochter-Beziehung ist manchmal durch ihre biologische Nähe von einer besonderen Dynamik geprägt. / Bild: Fotolia
6 toxische Arten von Mutter-Tochter-Beziehungen

Kaum eine andere Beziehung ist wohl so prägend wie jene zu der einen wunderbaren Frau, die uns das Leben ermöglicht hat: Unserer Mutter. Doch ebenso ist manchmal kaum eine Beziehung so belastet wie diese– die Verbindung mit dieser zeichnet sich häufig durch eine besondere Verletzbarkeit aus und bietet aufgrund ihrer speziellen Nähe einen Nährboden für emotionale Konflikte. Ein Mangel an Bestätigung, Vertrauen oder Wärme kann Mütter wie Töchter negativ beeinflussen, was sich durch mangelndes Selbstvertrauen oder auch Schwierigkeiten, profunde Beziehungen einzugehen, zeigen kann. Beobachtbar sind nach Peg Streep verschiedene toxische Arten einer unsicheren Mutter-Tochter-Beziehung, die diese auf ganz unterschiedliche Weise prägen und beeinflussen.

1. Ablehnend oder kontrollierend

Töchter, die von ihren Müttern seelisch abgewiesen wurden, beginnen irgendwann damit, die Gültigkeit ihrer eigenen emotionalen Bedürfnisse zu bezweifeln. Viele fühlen sich später nicht würdig, Aufmerksamkeit zu erhalten und werden von Selbstzweifeln und einem mangelnden Selbstvertrauen gequält. Auch Kontrolle lässt sich aus psychologischer Sicht als eine besondere Form der Abweisung betrachten. Kontrollierende Mütter verweigern häufig aktiv die Gültigkeit der Worte und Entscheidungen ihrer Töchter. Durch ihre Kontrolle erwecken sie in ihren Töchtern ein Gefühl von Unsicherheit und Hilflosigkeit, dies geschieht manchmal unter dem Deckmantel, alles nur „zum eigenen Wohle“ der Tochter zu machen. Dies wiederum kann jedoch das Gefühl implizieren, dass die eigene Tochter in ihrer eigenen Entscheidungsfähigkeit unzureichend wäre.

2. Nicht verfügbar

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Emotional nicht verfügbare Mütter entziehen sich aktiv der Nähe oder der Annäherung ihrer Tochter, was zu erheblicher psychischer Belastung bei dieser führen kann. Die Vielfalt der Abwesenheit der eigenen Mutter kann sich in vielen Gesichtern zeigen; dies reicht von fehlender körperlicher Nähe und Wärme bis hin zur Verlassenheit. Häufig suchen unsicher gebundene Töchter bei ihren späteren Partnerschaften stetige Anerkennung, um die innere Unvollkommenheit zu kompensieren. Viele zeichnen sich ebenso durch eine besondere Anhänglichkeit oder Abhängigkeit vom Partner aus.

3. Verschmolzen

Diese Art der Mutter-Tochter-Beziehung lässt sich als eine gegenteilige, aber leider nicht minder schädliche Konstellation betrachten. Während abweisende, kontrollierende oder auch abwesende Mütter ihren Töchtern mit einer speziellen Distanz begegnen, verschwimmen hier die Grenzen zwischen Mutter und Tochter. Charakteristisch für „verschmolzene Mütter“ ist der Druck, den sie auf ihre Töchter durch Fördern und Fordern dieser ausüben. In ihrer Tochter sieht diese Art von Mutter ihr zweites Ich, durch das sie sich selbst gerne verwirklicht sehen würde. Der Leidensdruck auf die Tochter spitzt sich durch Einengung und Entzug ihrer Freiheit und persönlichen Entwicklung sukkzessive zu – dies kann besonders gravierende psychische Folgen mit sich bringen.

4. Kämpferisch

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In dieser Beziehung geht es vorwiegend um die Themen Macht und Trumpf. Kämpferische Müttertypen sind häufig von starken Neid- oder Eifersuchtsgefühlen auf ihre Töchter geprägt, welche sie diese auch spüren lassen. Die Machtkämpfe spielen sich nur selten auf einer nonverbalen Ebene ab, vorwiegend geht es bei dieser Konstellation um einen verbalen emotionalen Missbrauch. Besonders tückisch kann es in dieser Beziehung sein, wenn die Mutter das eigene kämpferische Verhalten als notwendig kommuniziert, da dieses durch ein Fehlverhalten der Tochter verursacht werden würde. Nicht selten entsteht bei betroffenen Töchtern so ungerechtfertigt ein nagendes Gefühl der Unzulänglichkeit, der Schuld oder des schlechten Gewissens.

5. Selbstbezogen

Im Gegensatz dazu erscheint die selbstbezogene Mutter narzisstisch, indem sie die Tochter als eine Erweiterung ihrer selbst ansieht und ihre Beteiligung an der Entwicklung ihrer Tochter sorgfältig kontrolliert. Häufig zeichnet sich dieser Muttertyp durch mangelndes Empathievermögen oder auch große Besorgnis, einen guten Schein zu wahren, aus. Kontrolle und Manipulation prägen die meist oberflächliche Beziehung zu ihrer eigenen Tochter und erlauben ihr eine eigene Überbetonung ihrer Selbst.

6. Rollenumgekehrt

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Auch, wenn diese Art der Mutter-Tochter-Beziehung im ersten Moment locker und damit angenehm klingen mag, kann es auch hier zu einer konflikthaften Konstellation kommen. Nämlich dann, wenn Töchter schon in jungen Jahren zu viel an Verantwortung für sich und/oder ihre eigene Mutter tragen müssen. Auch können altersunabhängig Töchter suchtmittelabhängiger oder auch depressiver Mütter schnell in die Rolle der Mutter schlüpfen (müssen). Auch wenn es den Müttern dieser Konstellation häufig sicher nicht an Liebe zu ihrer Tochter mangelt, so können diese manchmal einfach nicht auf deren Gefühle eingehen.

Niemand ist perfekt

Während all die verschiedenen toxischen Mutter-Tochter-Beziehungen schädlich oder verletzend sein können, sollte jedoch niemals außer Acht gelassen werden, dass auch Mütter Menschen mit Fehlern, Schwächen und Stärken sind. Manchmal sind Mütter selbst durch eigene Mutterbeziehungen oder auch andere Beziehungen zu früheren (fehlenden) Bezugspersonen stark vorbelastet. Wichtig sein kann hier, aktiv zu werden und Konflikte offen zu kommunizieren, auch wenn das sehr schwer sein kann.

Mit psychologischen Maßnahmen wie Gesprächstherapien, in Rahmen derer Konflikte aufgearbeitet werden können, können häufig tief liegende, problemhafte Beziehungen behoben oder zumindest Steine aus dem Weg gelegt werden – für eine Chance auf ein harmonischeres Miteinander.