Familie

625 Euro kostet ein Kind pro Monat

324.000 Kinder und Jugendliche sind in Österreich armutsgefährdet. /Bild: Fotolia
625 Euro kostet ein Kind pro Monat
Trixi Kouba

Kinder kosten Geld. Wer Nachwuchs großzieht, weiß, wie sich die Kosten rund um das Kind summieren können. Schulbücher, Kinderbetreuung, Kleidung, Zahnspange, Spielzeug, Medikamente und alles drum herum macht am Ende des Monats einen großen Berg Geld aus. Die Volkshilfe hat nun ausgerechnet: 625 Euro pro Monat müssen Eltern hinlegen, damit ihr Kind ein gelingendes Leben mit allen Chancen erhält. Bis zum 18. Geburtstag sind das in Summe rund 135.000 Euro.

324.000 Kinder armutsgefährdet

324.000 Kinder und Jugendliche sind in Österreich armutsgefährdet. „Armut bedeutet nicht nur Ausgrenzung, sondern Einschränkungen im täglichen Leben„, sagt Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger bei einer Pressekonferenz: „54.000 Kinder in unserem Land müssen auf ein nahrhaftes Essen verzichten, 69.000 auf neue Kleidung, wenn die alte abgenutzt ist. 118.000 können nicht auf Urlaub fahren und gar 180.000 leben in Haushalten, die unerwartete Ausgaben wie beispielsweise den Ersatz einer kaputten Waschmaschine nicht bewältigen können“. Ist das Geld zu knapp, wirkt sich das auf viele Lebensbereiche des Kindes aus. Es entstehen Probleme beim Knüpfen von sozialen Kontakten, der Bildung und der Gesundheit.

„Kein individuelles Problem, sondern Problem des Staates“

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„Unsere gesellschaftlichen Strukturen verunmöglichen armutsbetroffenen Kindern, diesem Kreislauf zu entkommen. Und trotzdem wird ihre Lebenssituation als individuelles Problem dargestellt“, so Fenninger. Er sieht die Verantwortung hier nicht beim Einzelnen, sondern beim Staat. „Anstatt als eine der ersten folgenschweren Handlungen die Mindestsicherung zu kürzen, wäre die Regierung gut beraten, sich über die tatsächlichen Kosten, die für eine altersgerechte Entwicklung von Kindern anfallen, Gedanken zu machen.“ Fenninger kritisiert das mangelnde Wissen in Österreich über die tatsächlichen Kosten für Kinder. „Die letzte Kinderkostenanalyse auf Basis der Konsumerhebung stammt von 1964. Seither haben sich die Lebensumstände und Bedürfnisse von Kindern drastisch verändert. Nicht geändert haben sich der veraltete Warenkorb und die Daten als Grundlage für diverse Geldleistungen wie Unterhaltshöhe. Das ist ein Skandal.“

Was Kinder brauchen

Insgesamt würde ein Kind monatlich mindestens 625 Euro benötigen. Zu diesen Kosten kommt die Volkshilfe folgendermaßen:

  • 120 Euro für Wohnen
  • 115 Euro für Nahrung
  • 65 Euro für witterungsgemäße Kleidung
  • 200 Euro schulrelevante Veranstaltungen, Kinderbetreuung und Förderkurse
  • 95 Euro Freizeitaktivitäten für soziale Teilhabe
  • 30 Euro Gesundheitsversorgung und Körperpflege
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