Familie

7 goldene Regeln: So können unsere Kinder behütet aufwachsen

In unserer schnelllebigen Zeit dafür zu sorgen, dass unsere Kinder behütet aufwachsen, ist nicht einfach, aber machbar./ Bild: Fotolia
7 goldene Regeln: So können unsere Kinder behütet aufwachsen
Paulin Klärner

Wir leben in schnellen Zeiten. Ob Information, Konsum oder Kommunikation – das Tempo hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant erhöht. Und das wirkt sich auch auf unsere Kinder aus – heranwachsende Wesen, die gerade erst lernen, sich in dieser Welt zurechtzufinden. So ist es auch wenig verwunderlich, dass sich immer mehr Eltern wünschen, ihre Kinder vor dieser oft überfordernden und konstant schneller werdenden Welt zu beschützen und ihnen ein behütetes Umfeld zu bieten, in dem sie in ihrem ganz eigenen Tempo groß werden dürfen.

Dieser Vorsatz ist zwar alles andere als einfach, jedoch nicht unmöglich. Wir haben 7 Tipps zusammengefasst, mit denen das liebevolle Entschleunigen der Kindheit (und damit auch des Erwachsenendaseins) ein wenig leichter gelingt.

1. Medienreduktion

Kontrollierter Medienkonsum ist das A und O für ein entschleunigtes, behütetes Leben. Und hier sind wir Erwachsene in einer ernstzunehmenden Vorbildfunktion, da unsere Kinder unser Verhalten imitieren. Dafür zu sorgen, dass Handy, Tablet, Laptop und Fernseher kein selbstverständlich fixer Bestandteil des kindlichen Alltags werden, sorgt dafür, dass wir unseren Sprösslingen ein gesünderes Großwerden in vielerlei Hinsicht ermöglichen. Umso weniger Zeit Kinder am Smartphone verbringen, desto besser ist ihre geistige Entwicklung – das wurde im Rahmen einer groß angelegten Studie herausgefunden. Weniger Ablenkung durch den Bildschirm führt zu mehr Zeit und Raum für kreative Entfaltung, zum aufmerksameren Wahrnehmen der Umgebung, besseren sozialen Fähigkeiten und zahlreichen weiteren Vorteilen.

2. Vorbildfunktion

family

Wie schon erwähnt, ist es an uns, unseren Kindern für uns wichtige Werte vorzuleben. Wenn wir selbst authentisch versuchen, das, was wir in der nächsten Generation sehen wollen, auch selbst zu leben, ist damit der erste Schritt in die richtige Richtung getan.

3. Natur

Natur ist DAS Zauberwort, wenn es um ein bewusstes, entschleunigtes Leben geht. Zahlreiche Studien bestätigen die gesundheitsfördernden Auswirkungen der Natur auf Körper und Seele. In den Wald gehen, zum See fahren, Klettern, Fangenspielen, die Natur mit allen Sinnen erkunden. All diese Eindrücke lassen unzählige neue Verbindungen im kindlichen Gehirn entstehen, befriedigen ein tief verwurzeltes Bedürfnis heranwachsender Menschen, sich mit ihrem Umfeld auseinanderzusetzen und beflügeln Kreativität, Einfühlungsvermögen und die Freude am Leben. Viele Eltern fragen sich, warum ihre Kinder immer hibbeliger werden und sich nicht konzentrieren können, fürchten sich vor ADHS und greifen eher zu Medikamenten, als die Kleinen aus den beengenden vier Wänden hinaus ins echte, bunte Leben zu entlassen. Die Antwort auf (nicht alle, aber) viele Fragen zum Wohlbefinden unserer Kinder ist: Raus in die Natur!

4. Geduld

Sich im Umgang mit Kindern in Geduld zu üben, ist ein essenzieller Faktor, wenn es um ihr ganzheitliches Wohlbefinden geht. Ganz nach dem uralten afrikanischen Sprichwort „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“. Sich beispielsweise beim Essen mit dem Kind ganz auf das Essen zu konzentrieren, nicht zehn Dinge gleichzeitig zu machen, sondern sich mit allen Sinnen auf den Moment einzulassen, beim Spazierengehen mit dem Kinderwagen nicht ins Smartphone zu starren, sondern sich mit dem Kind zu unterhalten, ihm das Umfeld, das es umgibt zu erklären – kurz: Geduldig und liebevoll zu versuchen, die Welt wieder mit Kinderaugen zu sehen und sich auf den Prozess des Entdeckens mit-einzulassen ist eines der schönsten Geschenke, die wir unseren Kindern machen können.

5. Das Kind Kind sein lassen

kid

Kinder dürfen sich schmutzig machen. Kinder dürfen mit dem Essen spielen. Kinder dürfen laut lachen, weinen und schreien. Kinder dürfen Blödsinn machen. All diese Dinge passen uns freilich nicht immer ins Konzept. Wer freut sich schon, wenn das Baby in der vollen Straßenbahn schreit, die Wände mit Buntstiften verziert oder wie wild mit dem Brei um sich wirft? Diese und ähnliche Dinge mit Gelassenheit zu betrachten und versuchen zu begreifen, dass Kinder durch diese „Spompanadeln lernen, die Welt um sich herum wahrzunehmen und Grenzen auszutesten und zu verstehen ist unglaublich wichtig. Hier heißt es: Das Ego hinten anstellen, sich in das sich entwickelnde Wesen hineinversetzen und die „erwachsenen Vorstellungen“ vom Leben für die nächsten Jahre ganz weit hinten im Kasten zu verstauen.

6. Loslassen lernen

„Überbehütung ist eine Einschränkung, das Kind kann sich schlechter entwickeln. Man könnte auch sagen, Überbehütung ist eine Form von Gewalt“, meint hierzu Entwicklungspsychologin und Elternberaterin Dr. Karin-Kaiser Rottensteiner im Interview mit dem Profil Wissen. Kinder vor allem Übel bewahren zu wollen, ihnen auf Schritt und Tritt zu folgen, ihnen Dauerbeschallung bieten zu wollen und sie keinen Teil des Weges alleine gehen zu lassen, schadet den Kleinen mehr, als es ihnen nutzt. Auch wenn es vielen schwer fällt: Loslassen zu lernen, Kinder die Welt auch mal ohne die schützende Hand der Eltern erkunden zu lassen, sie alleine spielen zu lassen und ihnen Raum zur Entfaltung zu geben ist essenziell für die gesunde Entwicklung zu einem selbstständigen, sozial kompetenten Menschen.

7. „Du bist gut so wie du bist“

addams

Kinder werden noch früh (und lange) genug mit Selbstzweifeln und Komplexen und dem Kampf um Anerkennung und Liebe konfrontiert werden. Die Kindheit ist jedoch eine Zeit, in der heranwachsenden Wesen nicht oft genug gesagt werden kann, dass sie gut sind, so wie sie sind, dass sie geliebt werden, auch wenn sie „Fehler“ machen und dass Konflikte diese Zuneigung nicht schmälern. Elterliche Liebe und Verständnis im frühen Kindesalter sind das Fundament für ein glückliches und erfolgreiches Erwachsenenleben.