Gesundheit

8 Formen von Kopfschmerzen und was sie bedeuten

Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich können verschiedenste Ursachen haben. / Bild: Fotolia
8 Formen von Kopfschmerzen und was sie bedeuten
Paulin Klärner

Schmerzen im Kopf- oder Gesichtsbereich wird wohl jeder Mensch im Laufe seines Lebens –  manche öfter, andere seltener – ertragen müssen. Rund 250 verschiedene Kopfschmerzarten soll es laut Wissenschaft geben, eingeteilt werden sie in primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Bei primären Kopfschmerzen treten die Schmerzen selbstständig auf, sekundäre, symptomathische Schmerzen im Kopfbereich sind Symptome anderer Erkrankungen oder Ursachen. Wir haben uns die häufigsten und interessantesten Formen der Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich angesehen.

1. Spannungskopfschmerz

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Schmerzen am Hinterkopf, der Schädeldecke oder der Stirn- und Schläfenregion können auf einen Spannungsschmerz hinweisen. Dieser beginnt oft im Nacken und wird von Betroffenen als einengend und so „als würde man einen zu engen Hut tragen“, beschrieben. Spannungskopfschmerzen treten in der Regel beidseitig auf und können unter anderem von falscher Körperhaltung, schlechtem Licht oder auch Stress ausgelöst werden. Hier helfen Bewegung, Entspannung und Schritte zur Stress-Reduktion.

2. „Cluster“ Kopfschmerz

Einseitige, starke Schmerzen im Augen- und Schläfenbereich werden als „Cluster“-Kopfschmerzen bezeichnet. Sie treten meist in starken Kopfschmerzattacken (oft mit Pausen) auf und können Begleiterscheinungen, wie tränende Augen, laufende Nase, Schwindel oder Übelkeit mit sich ziehen. Oft werden Cluster-Kopfschmerz-Patienten auch von Attacken aus dem Schlaf gerissen. Sollten diese Symptome auftreten, ist es ratsam, sich an einen Spezialisten auf dem Gebiet zu werden. Die Ursache für diese Form der Kopfschmerzen ist noch nicht geklärt – laut Wissenschaft könnten Veränderungen des Hirnstoffwechsels Schuld an den Cluster-Episoden sein.

3. Migräne

Menschen, die mit Migräne-Attacken zu kämpfen haben, haben nachweislich eine genetische Veranlagung, was bedeutet, dass die Krankheit in der Familie bereits vorkommt oder vorgekommen ist. Hierbei handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der sich Veränderungen im Gehirn nachweisen lassen – die genaue Ursache für die Attacken ist aber immer noch nicht gänzlich geklärt. Typisch für eine Migräne-Attacke sind mittlere bis sehr starke pochende und pulsierende Schmerzen, die sich langsam anbahnen und bis zu 72 Stunden anhalten können. Meist tritt Migräne einseitig auf, in seltenen Fällen nimmt sie den gesamten Kopfbereich ein. Die Attacken können von Schwindel, Sehstörungen, Kribbeln in den Extremitäten, Lärm- und Lichtscheu, sowie Übelkeit und Erbrechen eihergehen. In der Wissenschaft wird stetig an neuen Migräne-Medikamenten geforscht.

4. Kopfschmerzen durch Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

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Sind die Nebenhöhlen verstopft, kann dies auf das gesamte Gesicht ausstrahlen. Der Druck, der bei der Schwellung der Schleimhäute und dem folglichen Eiterstau entsteht, äußert sich meist im Bereich der Stirn, der Augen und der Wangen. Bei dieser Form des Kopf- bzw. Gesichtsschmerzes können abschewellende Medikamente und Nasensprays Abhilfe verschaffen.

5. Kopfschmerzen durch zu viel Schmerzmittel

Gewöhnt sich der Körper an Schmerzmittel – unabhängig davon, zu welcher Schmerzlinderung sie eingesetzt werden -, kann er auf den abrupten Verzicht auf medikamenteniduzierte Schmerzstillung mit Entzugserscheinungen reagieren. Der Teufelskreis beginnt: Man schluckt schneller eine Pille, wenn’s weh tut, der Körper gewöhnt sich daran und wird sauer, wenn der Kreislauf nicht wie gewohnt weitergeführt wird. Deshalb – und weil Schmerzmittel auch zahlreiche andere Nebenwirkungen mit sich bringen können – sollte man immer darauf achten, die Ursache und nicht den Schmerz selbst zu bekämpfen.

6. Trigeminusneuralgie

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Hierbei handelt es sich um intensive Schmerzen im Bereich eines Nervs. Neuralgien dieser Art können auch im Gesicht im Wangen-, Stirn-, Kinn-, Kiefer- und Mundbereich auftreten. Die Ursache ist häufig eine Kompression des Nerven im Bereich des Nervenlaufs, aber auch andere Probleme, wie Tumore, Durchblutungsstörungen und Verletzungen können der Trigeminusneuralgie zugrunde liegen. Die Schmerzen zeigen sich hierbei stechend, schießen blitzartig ein und befinden sich meist im Bereich der drei Äste des Trigeminusnerves (Gesichtsnervs): Der erste Ast versorgt den Bereich der Stirn und des Nasenrückens, der zweite den Nasenflügel und Oberkiefer und der Dritte den Unterkiefer. Die Schmerzen können bis zu 100 Mal täglich auftreten und dauern nicht länger als einige Sekunden. Die Trigeminusneuralgie kann mit Medikamenten-Therapie in den Griff bekommen werden, auch eine Operation kann in einigen Fällen zu Besserung führen.

7. Idiopathischer Gesichtsschmerz

Der sogenannte anhaltende idiopathische oder atypische Gesichtsschmerz fasst sozusagen alle Schmerzen im Gesichtsbereich zusammen, denen keine klare Ursache zugeschrieben werden kann. Bei dieser Schmerzform fällt es Betroffenen oft schwer, das Schmerzgebiet klar einzugrenzen, der Schmerz wird oft als tief, bohrend, quälend, aber auch stechend und meist als einseitig beschrieben. Die Beschwerden sind andauernd (mit unterschiedlicher Intensität) und entstehen oft durch ein Trauma, wie zum Beispiel schmerzhafte Operationen im Gesichts- und Kieferbereich. Mit 2/3 der Betroffenen sind Frauen viel häufiger von dieser Krankheit betroffen, als Männer. Beim atypischen Gesichtsschmerze können nachweislich Akupunktur, Meditation, Verhaltenstherapie, leicht dosierte Antidepressiva, sowie krampflösende Medikamente helfen. Es empfielt sich, bei Verdacht und nach Ausschluss anderer Erkrankungen, einen Schmerz-Spezialisten im Bereich der Neurologie aufzusuchen.

8. Begleit-Kopfschmerz

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Bei verschiedenen Erkrankungen und anderen Beschwerden können Begleitkopfschmerzen auftreten. Hierzu gehören Erkältungen, Grippe, Katerkopfschmerz, Weit- und Kurzsichtigkeit, Nasennebenhöhlenentzündungen, Stress, Überanstrengung und vieles mehr.

Allgemein gilt:

Sollten Kopf- bzw Gesichtsschmerzen öfters auftreten und extrem beeinträchtigend sein, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Allgemein sollte man darauf achten, immer genügend Flüssigkeit (Wasser oder ungesüßten Tee) zu sich zu nehmen, sich genügend an der frischen Luft zu bewegen (Verspannungen vorbeugen), ausreichend zu schlafen, Stress zu reduzieren und seine Augen zu schonen, das bedeutet, nicht zu lange vor dem Bildschirm sitzen, und auf gutes Licht achten. Wenn Kinder und Jugendliche öfters unter Kopfschmerzen leiden, ist es empfehlenswert, dies unverzüglich ärztlich abzuklären.