Gesundheit

Achtung: Mikrobiologische Gefahren für Schwangere

Besonders in der Schwangerschaft sollte gezielt auf eine penible Küchenhygiene im Umgang mit rohen Lebensmitteln und der Einhaltung der idealen Kühlkette beachtet werden, um Infektionen zu vermeiden. /Bild: Fotolia
Achtung: Mikrobiologische Gefahren für Schwangere

In unserem Alltag sind wir stetig verschiedenen Arten von Mikroben exponiert: Viren, Bakterien, Pilze oder auch Einzeller begegnen uns überall. In der Regel ist unser Immunsystem ideal aufgestellt, um sich in den Kampf gegen die Mikroben zu begeben und unseren Körper vor Krankheiten zu schützen. Doch gerade in der Schwangerschaft sollte uns besondere Vorsicht –wenn auch keine Panik – begleiten. Dies gilt vor allem für den Umgang mit manchen Tieren und Lebensmitteln, die eine potentielle Gefahr für Mutter und Fötus darstellen können.

Toxoplasmose

toxoplasmosis

Toxoplasmose ist eine relativ seltene Erkrankung, von der viele Menschen betroffen sind, ohne dabei Symptome zu verspüren. Hervorgerufen wird sie durch einen einzelligen Parasiten, der unter anderem durch Katzenkot oder rohes Fleisch übertragen werden kann. Im Rahmen der Schwangerschaft kann Toxoplasmose eine erhebliche gesundheitliche Gefahr für den Fötus darstellen und zu Fehlgeburten führen. Für Schwangere empfiehlt es sich daher, bei jedem potentiellen Kontakt mit dem Parasit – etwa während der Entsorgung von Katzenkot oder der Reinigung der Katzentoilette– Schutzhandschuhe zu tragen und sich gründlich die Hände zu waschen. Ebenso vermieden werden sollten während der Schwangerschaft auch unbedingt Produkte aus rohem Fleisch. Zu diesen zählen Rohwurst, Rohschinken, Beef Tartar oder Mettwurst. Allgemein sollte auch auf eine gute Küchenhygiene geachtet werden, wenn rohes Fleisch verarbeitet wird.

Listeriose

cheese

Wie die Toxoplasmose kann auch eine Ansteckung mit Listerien, die zu den Bakterien gehören, für den Fötus lebensgefährlich werden. Bei einer Ansteckung treten bei der Mutter hingegen eher milde Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Fieber auf. Gefahrenquellen für eine Kontamination mit Listerien bilden vor allem rohe tierische Produkte wie solche aus Rohmilch. Ebenso potentielle Listerienträger können kalt geräucherter Fisch wie Räucherlachs oder auch roher Fisch sowie rohe Meeresfrüchte sein. Eher selten werden Listerien auch durch den Kontakt mit Nutztieren übertragen, in erster Linie stellen jedoch kontaminierte Lebensmittel eine Bedrohung dar. Neben dem Meiden jener empfiehlt es sich auch, auf eine gute Kühlschrankhygiene zu achten, da Listerien im Kühlschrank gute Bedingungen für ihre Vermehrung vorfinden können.

Salmonellose

tiramisu

Ähnlich wie die Listeriose wird die Salmonellose durch Salmonellen, Bakterien verursacht und zählt damit ebenso zu den Lebensmittelvergiftungen. In der Regel lässt sich die Erkrankung, die schwere Magen-Darm-Probleme hervorrufen kann, mit ausreichend Flüssigkeitszufuhr als Ausgleich gut behandeln. Für den Fötus kann die Salmonellose erst gefährlich werden, wenn es zu einer zu großen Menge an Flüssigkeitsverlust kommt. Potentielle Gefahrenquellen können rohe, eiweißreiche Lebensmittel, bei denen während der Lagerung die Kühlkette unterbrochen oder nicht eingehalten wurde, darstellen. Konkret bezieht sich dies unter anderem etwa auf rohe Fleischwaren, rohe Eier (oder Zubereitungen mit diesen wie Tiramisu oder Mayonnaise), Kartoffelsalat, Rohmilch oder Mayonnaise. Salmonellen überstehen gewöhnlich auch Temperaturen im Tiefkühlbereich, wodurch man auch bei auftauenden, eiweißreichen Produkten auf penible Hygiene achten sollte. Ab einer Temperatur von etwa 75% für eine Kochzeit von mindestens zehn Minuten können Salmonellen zwar abgetötet werden, jedoch sollte bereits schon vorher auf einwandfreie, frische Produkte und eine gute Küchenhygiene geachtet werden.