Gesundheit

Studie zum Alkoholkonsum: Sozial ängstliche Menschen leiden eher an „Hangxiety“

Vor allem sozial ängstliche Menschen greifen auf Social Events häufig zu Hochprozentigem - mit teils schweren Folgen. /Bild: Fotolia
Studie zum Alkoholkonsum: Sozial ängstliche Menschen leiden eher an „Hangxiety“

Ob Champagner am Ball, Bier auf der Garagen-Party beim Nachbar oder Shots im Club: Bei vielen Social Events ist Alkohol ein integrativer Bestandteil und häufig wie reichlich konsumiert. Dass er nicht nur die Stimmung hebt, lockerer macht und Ängste abbauen lässt, ist ebenso bekannt wie dass er teilweise enthemmt und für den Kater am Tag danach sorgt. Vor allem schüchterne, sozial ängstliche Menschen greifen auf Social Events gerne zu Hochprozentigem, um ihre Ängste für einen Abend zu vergessen. Studien konnten nun belegen, dass jedoch vor allem Schüchterne am nächsten Tag unter einer vermehrten Angst leiden, die den Kater begleitet: Der „Hangxiety“.

Soziale Ängste häufig in Korrelation mit Alkoholismus

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An der Studie nahmen beinahe hundert „soziale Trinker“, welche an Schüchternheit in niedrigem oder auch ausgeprägten Ausmaß litten, teil. Das Trinken von sechs Einheiten Alkohol konnte die soziale Angst bei sehr schüchternen Probanden wie erwartet leicht verringern. Doch bereits am nächsten Tag wich die vorhergehende Entspannung einem deutlichen Anstieg von Ängsten. Ebenso konnte durch das Forscherteam der University of Exeter und UCL bei sehr schüchternen Personen eine Korrelation zwischen jenen Ängsten sowie höheren Werten bei einem Test zur Identifizierung von Alkoholkonsumstörungen erkannt werden. Daraus lässt sich schließen, dass Hangxiety mit der erhöhten Chance, ein Alkoholproblem zu entwickeln, in Verbindung steht. Obwohl der Alkoholkonsum teilweise zurück geht, sind vor allem Menschen mit einem niedrigeren soziökonomischen Lebensstandard davon betroffen, vermutlich betrifft dies auch einen höheren Anteil sehr ängstlicher Personen.

Abhilfe durch Steigerung des Selbstwertgefühls

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Auch, wenn Hochprozentiges lockerer und redegewandter macht: Es bringt nicht nur die konkreten Nebenwirkungen eines Hangovers, einer „Hangxiety“ sowie zahlreiche negative Auswirkungen auf unseren Organismus. Vielmehr verändert uns Alkohol in unserem natürlichen Wesen sowie unsere Wahrnehmung von uns und anderen. Genau hier empfiehlt  es sich, anzusetzten und seine Schüchternheit, seine (sozialen) Ängste liebevoll anzuerkennen und sie als Anteil seiner Persönlichkeit zu akzeptieren. Auch, sich alle positiven Aspekte der Schüchternheit oder der sozialen Phobie vor Augen zu führen, kann den Weg für mehr Selbstakzeptanz ebnen – ganz ohne Alkohol und seinen Auswirkungen.