Gesundheit

Alltagssexismus: Sexuelle Belästigung sinkt laut Umfragen

Eine vergleichende Umfrage zeigt, dass sexuelle Belästigung von Frauen einen Rückgang erlebt/ Bild: Fotolia
Alltagssexismus: Sexuelle Belästigung sinkt laut Umfragen
Paulin Klärner

Vor kurzem wurden die Ergebnisse von zwei WHO-Meinungsforschungsumfragen zur Wahrnehmung von Frauen im Bezug auf Kompetenz und Durchsetzungsvermögen (im Arbeitsalltag) veröffentlicht. Die Studien zeigen, dass sich in den letzten Jahren viel getan hat, wenn es um das Frauenbild unserer (westlichen) Gesellschaft geht.

Umfrage: Sexuelle Belästigung wird weniger

Das zeigt auch eine aktuelle Studie eines Forscherteams der Leeds School of Business der University of Colorado, die im Fachblatt „PLOS ONE“ veröffentlich wurde. Hierbei setzten sich die Wissenschafter mit dem Thema „sexuelle Belästigung von Frauen“ und „Alltagssexismus“ im Allgemeinen auseinander und untersuchten die Unterschiede der Jahre 2016 und 2018. Hierbei zeigte sich, dass 2018 insgesamt weniger Frauen angaben, sexuell belästigt worden zu sein als 2016.

Über 500 Frauen zwischen 25 und 45 Jahren wurden für die Studie zu Vorfällen jener Art und ihrem grundsätzlichen Arbeitsplatz-Klima befragt. Der erste Teil der Befragung fand im September 2016, der zweite im September 2018 statt. Insgesamt wurden 87 Prozent der Frauen laut eigenen Angaben im Laufe ihres Lebens bereits sexuell belästigt. 2018 gaben aber insgesamt weniger Teilnehmerinnen an, vor kurzem Übergriffe dieser und ähnlicher Art erlebt zu haben. Außerdem meinten mehrere Frauen, dass es nach der #metoo-Bewegung einfacher geworden sei, offen über solche Erlebnisse zu sprechen. Diese Tatsache – sowie die Abschreckung potentieller Täter durch die Möglichkeit des Öffentlichmachens ihres Verhaltens – seien laut den ForscherInnen die Gründe für den Rückgang. „Die mutigen Frauen, die sich in der MeToo- und TimesUp-Bewegung engagieren, sollen wissen, dass ihre Anstrengungen etwas bewirken.“, schreiben die StudienautorInnen abschließend.

Die ForscherInnen fügen jedoch auch hinzu, dass weitere Studien bzw. Umfragen nötig wären, um klar von einem Fortschritt sprechen zu können – die Umfragen können jedoch durchaus als kleiner Hoffnungsschimmer gewertet werden.