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Anonym: Syphilis-Warnung via SMS

Sexuell übertragbare Krankheiten sind immer noch mit einem Stigma belastet - ein deutscher Gesundheitsdienst hilft ! /Bild: Fotolia
Anonym: Syphilis-Warnung via SMS
Trixi Kouba

Ein/e Freund_in von Ihnen hat eine Syphilisinfektion und möchte, dass Sie sich testen und behandeln lassen.“ Diese und ähnliche Nachrichten können Patienten eines Gesundheitszentrums in Bochum, Deutschland, ihren ehemaligen sexuellen Partnern anonym schicken.

Auf der Internetseite können Betroffene von Geschlechtskrankheiten ihre ehemaligen Sexpartner anonym und kostenlos über eine mögliche Infektion warnen oder zu einem Test auffordern, ohne sich dabei selbst outen zu müssen. Die sogenannte Partner Notification sendet eine von sieben möglichen Nachrichten ab. Neben Warnungen zu Syphilisinfektionen können Nutzer auch zum Test für Chlamydien- oder Gonokokkeninfektionen auffordern. Darunter finden sich eindeutige Botschaften wie  „Wir hatten sexuellen Kontakt. Ich habe eine sexuell übertragbare Infektion, bitte lass dich testen. Kontaktiere bitte…“ bis hin zu weiten Formulierungen wie „Ein/e ehemalige/r Partner_in möchte Sie über ein mögliches Gesundheitsrisiko informieren„. Als Absender erscheint „WalkInRuhr“. Weder IP-Adresse noch E-Mail-Adresse oder Telefonnummer der Betroffenen wird dabei gespeichert. Notwendig ist einzig ein Nutzungscode, den Ärzte oder das Gesundheitszentrum ausstellen, um Missbrauch des Dienstes vorzubeugen. Pro Nutzungscode können 15 Botschaften verschickt werden. Der SMS-Warndienst zeigt, dass sexuell übertragbare Infektionen immer noch mit einem gesellschaftlichen Stigma verbunden sind. Laut Experten würden sich viele Infizierte nicht trauen, ihr Umfeld über ihre Erkrankung zu informieren.

Erhebliche Ausbreitung von Syphilis

texting
In 2004 breitete sich Syphilis laut dem deutschen Gesundheitszentrum erheblich aus. Sie zählt mit HIV zu den gefährlichsten sexuell übertragbaren Infektionen. Syphilis ist eine bakterielle Infektion durch Treponema pallidum Bakterien, die hauptsächlich bei ungeschütztem Sex, Oralverkehr oder im Uterus von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Die Erreger schlüpfen durch winzig kleine Verletzungen in den Körper. Anfängliche Symptome sind schmerzlose Knoten oder Geschwüre im Mund oder an den Geschlechtsorganen, die nach rund sechs Wochen wieder verschwinden. Anschließend können rote Flecken auf der Haut oder Haarausfall folgen. Oft fühlen sich Infizierte krank oder leiden unter Fieber. Auch diese Symptome verschwinden wieder. Die Gefahr: Die Infektion bleibt oft unbemerkt und schlummert jahrelang im Körper. Wird die Erkrankung nicht behandelt, können nach einigen Jahren Herzprobleme und Organschäden auftreten. Leidet man unter Syphilis oder einer anderen Geschlechtskrankheit, erhöht sich das Risiko für eine HIV-Infektion deutlich.

Vorbeugung von Syphilis

condom
Syphilis kann mithilfe eines Bluttests diagnostiziert werden. In anfänglichen Stadien kann sie einfach mit Antibiotika geheilt werden. Das Nutzen von Kondomen beim Sex senkt das Infektionsrisiko, gibt aber keinen hundertprozentigen Schutz, da auch Geschwüre im Mundraum ansteckend sind. Vor allem Menschen mit vielen wechselnden Geschlechtspartnern sollten sich regelmäßig auf Syphiliserreger untersuchen lassen.