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App soll vor Absturz auf Weihnachtsfeier bewahren

Bei der Weihnachtsfeier kann es schnell passieren, dass über den Durst getrunken wird ! /Bild: Fotolia
App soll vor Absturz auf Weihnachtsfeier bewahren
Trixi Kouba

Eine App aus Norwegen soll Mitarbeiter davor bewahren, auf Firmenweihnachtsfeiern über den Durst zu trinken und sich zu blamieren.

Auf Firmenweihnachtsfeiern zelebriert man nicht nur die kommenden Feiertage gemeinsam, sondern auch wieder ein Jahr überstanden zu haben. Die Feiertagslaune steigt mit jedem Gläschen und manch einer lässt sich zu noch mehr hinreißen. Vollgepumpt mit Euphorie und kostenlosem Sekt wirkt die Idee vom Rumknutschen mit dem Arbeitskollegen plötzlich großartig. Die Sicht verschwimmt, man trampelt, stürzt und stolpert über Treppen, erzählt lautstark persönliche Geschichten über die letzten sexuellen Begegnungen oder sitzt mit nacktem Hinterteil kichernd am Kopierer – die Klassiker. Wer es lieber vermeidet, durch betrunkene Aktionen zum Büroklatsch des Jahres zu werden, sollte sich nicht zu exzessiven Alkoholgenüssen in der Firmenrunde verleiten lassen – ein Vorhaben, das manchmal leichter gesagt als getan ist. Gänzlich auf Alkohol verzichten möchte man nun schließlich auch nicht beziehungsweise glaubt, es sich nicht erlauben zu können. Jeder fünfte Mitarbeiter fühlt sich nach einer Umfrage des Caron Treatment Centers unter Druck gesetzt, auf Firmenpartys zu trinken, weil sie vom Chef dazu aufgefordert werden oder um lockerer zu werden.

Die „Glückspromille“

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Eine App aus Norwegen möchte genau deshalb Anstands-Wau-Wau spielen. Das Programm gibt Bescheid, wann eine Alkohol-Pause fällig ist oder man am besten gleich nach Hause gehen sollte. So kann der Nutzer der App sich ein wenig antrinken, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Norweger nennen diesen Zustand „lykkepromille“, zu Deutsch etwa „Glückspromille“. In der gleichnamigen App geben Nutzen ein, wie viel Promille sie maximal erreichen wollen. Mithilfe von Angaben über das Geschlecht und Körpergewicht errechnet das Programm nach jedem Getränk die Promillezahl und gibt an, was man noch trinken darf.

Probleme durch Alkohol in der Arbeit

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Jeder zehnte Norweger hatte in einer Umfrage angegeben, wegen zu viel Alkohol schon einmal Probleme an der Arbeitsstelle gehabt zu haben. 10 Prozent berichteten auch in der Umfrage des Caron Treatment Centers von körperlichen und sozialen Nachwirkungen des Trinkens am Arbeitsplatz: Neben Beschwerden wie Kopfschmerz und Übelkeit kommt die Peinlichkeit hinzu, sich anschließend bei Kollegen entschuldigen zu müssen. Sie gaben außerdem an, dass sich ihr Verhalten negativ auf ihre Arbeit auswirkte, Kollegen peinliche Fotos oder Videos von ihnen online teilten oder sie durch eine Kombination aus Alkohol und Medikamenten zu schnell betrunken wurden. Die App-Entwickler betonen, es gehe gerade nicht darum, komplett auf Alkohol zu verzichten. „Aber es ist besser, das Handy warnt dich vor deinem Zustand, als dass dein Chef das tut.“

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