Gesundheit

Atemtest zur Früherkennung von Krebs geht in die Testphase

Ein Atemtest, der binnen weniger Minuten verschiedene Krebsarten erkennen soll, wird zurzeit in Großbritannien getestet./ Bild: Fotolia
Atemtest zur Früherkennung von Krebs geht in die Testphase
Paulin Klärner

In der Krebsforschung ist Früherkennung der Schlüssel zum Erfolg. Umso eher Krebs entdeckt wird, desto besser kann er therapiert werden. So arbeiten Forscher weltweit fieberhaft an Möglichkeiten, die zahlreichen unterschiedlichen Krebsarten so früh wie möglich zu erkennen – mithilfe von Urin- und Blutproben und nun auch mit Atemtests.

„Breath Biopsy“

Im Addenbrooke’s Hospital in Cambridge, Großbritannien wird zurzeit ein Atemtest zur Krebs-Frühdiagnose getestet. Die Moleküle, die von den PatientInnen ausgeatmet werden, sollen von dem Gerät erkannt und analysiert werden. 10 Minuten lang müsse man in den Apparat atmen, damit er die spezifischen chemischen Zusammensetzungen der verschiedenen Erkrankungen für die Analyse „speichern“ könne. Die Untersuchung mit dem „Breath Biopsy“-Gerät soll auf Dauer günstiger sein, als Blut-, bzw. Urinproben auszuwerten. Sollte es sich als zuverlässig herausstellen, könne es als Diagnosegerät von Allgemeinmediziniern übernommen werden.

Für die Studie des Cancer Research UK Cambridge Centre sollen rund 1500 (gesunde sowie kranke) ProbandInnen über 2 Jahre lang beobachtet werden. Die Forscher starten ihre Untersuchung mit Speiseröhren– und MagenkrebspatientInnen, im zweiten Durchgang sollen Prostata-, Leber-, Blasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht werden. „Wir müssen dringend neue Techniken – wie eben diesen Atemtest – entwickeln, die dabei helfen, Krebs früher zu erkennen, um PatientInnen die bestmöglichen Überlebenschancen geben zu können“, meint Studienleiterin Rebecca Fitzgerald, und sagt weiters: „Durch diese klinische Studie hoffen wir, im Atem Signaturen zu finden, die erforderlich sind, um Krebserkrankungen früher zu erkennen. Dies ist der entscheidende nächste Schritt bei der Entwicklung dieser Technologie“. 2017 konnten laut Forschern mithilfe von Atemtest bereits Erkrankungen wie Parkinson, Leberversagen und multiple Sklerose identifiziert werden – mit einer Erfolgsquote von über 85%.