Baby

Babys nutzen Zunge, um Sprache zu erkennen

Die Bewegungsfreiheit der Zunge hilft Babys bei der Spracherkennung. /Bild: Fotolia
Babys nutzen Zunge, um Sprache zu erkennen
Trixi Kouba

Forscher stießen auf eine kuriose Entdeckung: Schnuller, Beißringe und ähnliches Spielzeug für Babys könnte deren Sprachwahrnehmung negativ beeinflussen.  Das Hemmen der Zungenbeweglichkeit könnte Babys darin beeinträchtigen Töne zu unterscheiden, zeigt eine aktuelle Untersuchung der University of British Colombia. Die Studie zeigt erstmalig einen direkten Link zwischen oralen Bewegungen von Kleinkindern und der Wahrnehmung von Sprache.

Zungenfreiheit hilft der Wahrnehmung

baby1

Für die Studie, welche im Proceedings of  the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, wurden sechs Monate alten englisch-lernenden Babys Zahnspielzeug in den Mund platziert während sie verschiedenen Sprechtönen zuhörten. Als die Zahnspielzeuge die Beweglichkeit der Zungenspitze der Kinder hemmten, konnten sie nicht zwischen verschiedenen „D“-Tönen unterscheiden. War die Zunge frei für Bewegungen, konnten sie das sehr wohl.

Laut der Studienleiterin Alison Bruderer stellt die neuste Entdeckung die bisherigen Annahmen zu Sprache und Sprachentwicklung auf den Kopf. „Bis jetzt nutzen Forschungen in der Entwicklung der Sprachwahrnehmung primär die auditiven Erfahrungen als treibenden Faktor“, so Bruderer. Forscher sollten sich jedoch auch den oralen Bewegungsfähigkeiten der Babys widmen.

Der Schnuller darf bleiben

baby2

Die Studie möchte Babys jedoch nicht Schnuller und anderes Beißspielzeug verbieten. Doch es stellt sich mit den neusten Erkenntnissen die Frage, wie viel Zeit Babys mit „freien“ Zungenbewegungen für die Entwicklung der Sprachwahrnehmung verbringen sollten. „Die Studie zeigt, dass die Freiheit, kleine Gesten mit der Zunge und anderen Artikulatoren auszuüben, wenn sie gerade Sprache hören, ein wichtiger Faktor für die Wahrnehmung von Tönen bei Babys macht“, so Senior-Autorin Janet Werker.