Ernährung

Bärlauch: Heilkraut mit gefährlichen Doppelgängern

Bärlauch wird ein reinigender Effekt auf das Magen-Darm-System nachgesagt. /Bild: Fotolia
Bärlauch: Heilkraut mit gefährlichen Doppelgängern
Trixi Kouba

Feinschmecker zieht es diese Monate in den Wald, um Bärlauch zu sammeln und mit der schmackhaften Zwiebelpflanze seine Mahlzeiten zu verfeinern. Das beliebte Kraut mit dem leichten Knoblaucharoma lässt sich vielseitig zu Suppen, Pesto oder Aufstrichen verwerten. Doch die Pflanze ist nicht nur ein Segen für die Geschmacksknospen, sondern auch für die Gesundheit.

Bärlauch blockt Blutgerinnsel ab

Der Genuss von Bärlauch (Allium ursinum) bringt einige gesunde Vorteile mit sich. So konnten Dresdner Forscher in einer Studie zeigen, dass Knoblauch und Bärlauch einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem haben. Durch den Verzehr von Bärlauch können Blutgerinnsel verhindert werden. Denn das Heilkraut verhindert eine Verklumpung von Blutplättchen. Zudem führt das Verspeisen von Bärlauch zu einer Senkung des Cholesterinspiegels und bringt wertvolle Antioxidantien mit sich.

Gegen Hauterkrankungen und zur Entgiftung?

In Bärlauch stecken viele schwefelhaltige Verbindungen, die reinigend auf den Körper wirken sollen. So wird dem Kraut eine positive Wirkung auf Hauterkrankungen und ein Detox-Effekt für den Magen-Darmtrakt nachgesagt. Wissenschaftliche Belege für diese positiven Effekte gibt es jedoch noch nicht. Fest steht, dass Bärlauch eine hervorragende Quelle für Vitamin C , Eisen und Magnesium darstellt.

Vergiftungsgefahr durch Verwechslung

baerlauch

Sammler müssen bei ihrer Suche auf giftige Doppelgänger achten: Immer wieder werden Maiglöckchen oder Herbstzeitlose aufgrund ihrer optischen Merkmale mit Bärlauch verwechselt, was im schlimmsten Fall mit einer tödlichen Vergiftung enden kann. Um Verwechslungen auszuschließen, zerreibt man ein Blatt mit den Fingern. Bärlauch strömt im Gegensatz zu seinen giftigen Doppelgängern Knoblauchgeruch aus. Bärlauch findet sich zudem in schattigen Waldflächen, während Herbstzeitlose auf Wiesen wächst. Sollte es zu einer Vergiftung kommen, kontaktieren Sie sofort den Notruf der österreichischen Vergiftungsinformationszentrale (01/406 43 43).

Vorsicht vor dem Fuchsbandwurm

Für die optimale Nutzung des Potentials, wird Bärlauch am besten roh und frisch gepflückt verarbeitet. Zuvor sollten die Blätter der Pflanze gründlich mit heißem Wasser gewaschen werden, da sich immer wieder Fuchsbandwurmeier in ihnen finden. Die Eier können gefährlich werden: Sie können Wucherungen in der Leber auslösen, die jahrelang unbemerkt bleiben. Doch auch konserviert hält Bärlauch als Pesto mehrere Monate lang.