Gesundheit

Baldiges Ende der Homöopathie?

Alternativmedizin mit Globuli? /Bild: fotolia
Baldiges Ende der Homöopathie?
Melanie Payerl

Die Homöopathie ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode. Sie wurde im späten 18. Jahrhundert in Deutschland von einem Arzt entwickelt und wird seitdem in vielen Ländern der Welt praktiziert. Im Mittelpunkt der Heilkunde steht das Ähnlichkeitsprinzip. Die Behandlung erfolgt oftmals mittels Globuli, kleinen weißen Kügelchen, die aus verschiedenen Mineralien, Pflanzen und Tieren hergestellt werden. Viele Homöopathen verwenden auch Tropfen mit Alkoholbasis oder Cremen, Gels oder Tabletten.

Eine umstrittene Wissenschaft

Homöopathie

Für viele Menschen ist Homöopathie alles andere als Medizin, sondern vielmehr bloßer Humbug. Da die Homöopathie mit der Potenzierung arbeitet, ist es für viele Menschen unglaubwürdig, dass ein Mittelchen, das über hunderte Male verdünnt wird, überhaupt noch eine Wirkung erzielen kann. Doch genau dieser Ansatz, die hohe Potenzierung, ist die Grundlage der Homöopathie. Denn diese besagt, je stärker der Wirkstoff verdünnt wird, desto wirksamer ist er. Wissenschaftler bekritteln, dass bei zu starker Verdünnung eines Stoffes kein einziges Molekül des Ausgangsstoffes übrig bleibt und somit keine Wirkung erzielt werden kann. Aufgrund dieser Tatsache wird die Homöopathie immer wieder stark kritisiert.

Kritik an der Homöopathie

Die Dachorganisation der europäischen Akademien der Wissenschaften, das European Academies Science Advisory Council (EASAC) spricht sich sogar für ein Ende der Homöopathie aus. Denn innerhalb Europas sollten ausschließlich wirksame Medizinprodukte verkauft werden. Das gilt nicht für die Homöopathie, denn es gibt keine wissenschaftlichen Belege, die die Wirksamkeit von homöopathischen Produkten bestätigen. An der Medizinischen Universität in Wien wurde Ende Oktober die Lehrveranstaltung zur Homöopathie aufgrund von zahlreichen Beschwerden von Seiten der Studierenden plötzlich geschlossen. An der Med-Uni in Wien gibt es somit derzeit keine Lehrveranstaltung zum Thema Homöopathie. Auch das in London ansässige Spital The Royal London Hospital for Integrated Medicine schließt seine Pforten für die Homöopathie. Denn dort werden keine homöopathischen Präparate mehr an Patienten verabreicht. Immer wieder werden starke Diskussionen angefacht, die für ein Ende der Homöopathie plädieren.

Homöopathie bei Tieren

Medizin

Wenn Globuli nur einen Placeboeffekt haben, wie können diese dann bei Tieren wirken? Hund, Katze oder Pferd können wohl kaum an Wunder der weißen Kügelchen glauben, so argumentieren Homöopathen. Für Homöopathie-Befürworter sind Tiere der beste Beweis dafür, dass es sich bei Homöopathie nicht nur um bloßen Humbug handeln kann. Vermutlich steckt in Homöopathie mehr Kraft als viele denken!