Ernährung

Bio-Ernährung könnte Krebs-Risiko um 25% senken

Bio-Fans erkranken erheblich seltener an Krebs als jene, die nie biologische Produkte konsumieren. /Bild: Fotolia
Bio-Ernährung könnte Krebs-Risiko um 25% senken
Trixi Kouba

Eine vorwiegende Ernährung aus Bio-Lebensmitteln könnte Krebserkrankungen verhindern. Eine aktuelle Studie aus Frankreich zeigt, dass jene Menschen, die häufiger biologische Milch- und Fleischprodukte und andere Lebensmittel konsumieren, um ein 25% geringeres Risiko haben, eine Krebsdiagnose zu erhalten. Am stärksten zeigt sich dieser Effekt bei Brust- und Lymphdrüsenkrebs.

Wer auf Bio-Produkte zurückgreift, tut dies meist in dem Glauben, damit auch seinem Körper etwas Gutes zu tun. Bisher gab es dafür aber kaum wissenschaftlichen Belege. Eine französische Studie ändert das jetzt. Laut ihr kann Bio-Ernährung offenbar die Entwicklung von Krebs verhindern. Ob es an den fehlenden Pestiziden in biologischen Produkten liegt, ist noch nicht geklärt.

Für die Studie wurden 700.000 Erwachsene fünf Jahre lang beobachtet. Die Mehrheit davon war weiblich (78%). Jene Personengruppe, die am häufigsten biologische Lebensmittel zu sich nahm, hatte um 25 % seltener Krebs als jene, die nie auf Bio-Produkte zurückgriff. Jene, die am meisten biologische Früchte, Gemüse, Milchprodukte oder andere Lebensmittel konsumierten, hatten herausragend seltener Brust- oder Lymphdrüsenkrebs. Der große Unterschied überraschte selbst die Forscher.

Starker Rückgang bei Brustkrebs

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Da Menschen, die sich biologisch ernähren, dazu tendieren, einen gesunden Lebensstil zu verfolgen, ein höheres Einkommen und eine höhere Bildung haben als jene, die sich nie biologisch ernähren, mussten die Forscher Faktoren wie Sport, Rauchen, Alkoholkonsum, Körpergewicht und die Familiengeschichte im Bezug auf Krebs herausrechnen. Selbst danach zeigte sich, dass Bio-Fans um 76% seltener Lymphdrüsenkrebs hatten, um 86% seltener Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) und um 34% seltener Brustkrebs nach der Menopause. Das stark geringere Risiko für Lymphdrüsenkrebs stellt keine Überraschung dar, da Studien ein stark erhöhtes Vorkommen dieser Krebsart unter Bauern und Feldarbeitern fanden, die in ihrer Arbeit Pestiziden ausgesetzt sind. Auch die Verbindung zu Brustkrebs lässt sich erklären: Viele Pestizide imitieren Funktionen von Östrogen, dem Hormon, das bei der Entwicklung von Brustkrebs eine Rolle spielt.

Die richtigen Lebensmittel zur Prävention

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Harvard-Ernährungsexperten merkten jedoch an, die Studienergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Die französischen Forscher erhoben nämlich bei ihrer Untersuchung nicht die Pestizidrückstände in den Versuchsteilnehmern, um klarzustellen, wie stark sie Pestiziden ausgesetzt sind. Laut ihnen wären die Ergebnisse damit nicht ausreichend, um die Empfehlungen für Krebsprävention zu ändern. Menschen sollten jedoch allgemein häufiger Früchte und Gemüse verzehren, um sich gegen Krebs zu schützen – unabhängig davon, ob die Produkte biologisch seien oder nicht. Um das Krebsrisiko zu senken, sollte eine Diät aus vielen Früchten und Gemüse, Vollkornprodukten statt verarbeiteten Weizenprodukten und wenig rotem Fleisch, Zucker und verarbeitetem Fleisch bestehen.

Mehr Bio, mehr Brustkrebs?

Eine andere großangelegte Studie, die den Zusammenhang zwischen Essen und Krebs untersuchte, stammte aus dem Jahr 2014. In Großbritannien wurde ein signifikant geringeres Risiko für Lymphdrüsenkrebs unter Frauen gefunden, wenn sich diese biologisch ernährten. Jedoch fanden die Forscher hier auch eine höhere Rate an Brustkrebsfällen bei biologischen Konsumenten. Die Autoren argumentierten diesen zunächst paradox anmutenden Zusammenhang folgendermaßen: Besser ausgebildete und wohlhabende Frauen tendieren durchschnittlich eher zu Bio-Produkten, weisen aber gleichzeitig andere Risiko-Faktoren in ihrem Lifestyle auf, die zu Brustkrebs führen können. Dazu zählen weniger Kinder und ein höherer Alkoholkonsum.

Bio-Produkte sind angesagt

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Die Umsätze durch Bio-Produkte steigen laut Agrarmarkt Austria seit Jahren konstant an. Als wichtigste Kaufmotive geben Konsumenten neben der regionalen Herkunft und dem Geschmack auch den gesundheitlichen Aspekt an. Jeder Österreich kauft mindestens einmal im Jahr ein biologisches Lebensmittel. Sowohl die Häufigkeit des Einkaufs als auch die eingekaufte Menge an Bio-Produkten stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich. Hohe Wachstumsraten sind in allen Regionen der Welt vorhanden, vor allem in Nordeuropa und Nordamerika.