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Cannabis verbessert Zustand von Krebspatienten

Medizinisches Cannabis verhilft unheilbaren Krebs-Patienten zu besserem Schlaf, mehr Appetit und weniger Schmerzen. /Bild: Fotolia
Cannabis verbessert Zustand von Krebspatienten
Trixi Kouba

Cannabis zeigt eine gut verträgliche und hilfreiche Wirkung bei Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Schlafprobleme oder Übelkeit werden dadurch gelindert, zeigt eine israelische Studie.

Eine aktuelle Untersuchung analysierte die Wirkung von medizinischem Cannabis auf Menschen, die an unheilbarem Krebs leiden. Wenn keine Therapie mehr möglich ist, gilt es, Schmerzen und andere Begleiterscheinungen einzudämmen. Hier kommt in einigen Ländern wie Israel oder Deutschland medizinisches Cannabis zum Einsatz.

Deutschland: Cannabis auf Rezept

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Deutschland erhöhte die Importmenge für medizinisches Cannabis deutlich. Um schwerkranke Patienten mit medizinischem Hanf zu versorgen, importiert Deutschland künftig bis zu 1,5 Tonnen pro Jahr aus den Niederlanden, bestätigte das Gesundheitsministerium Medienberichte. Damit verdoppelt sich die Liefermenge aus den Niederlanden. Dies war notwendig geworden, da die Nachfrage in Deutschland nach den Blüten höher ausfällt als erwartet. In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die Behandlung mit medizinischem Cannabis, wenn keine andere Therapie mehr anschlägt. Sie wird bei Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Tourette-Syndrom oder unheilbaren Krebskrankheiten eingesetzt.

Studie: 96% fühlten sich besser

Eine aktuelle israelische Studie zeigte nun, dass die Behandlung mit Cannabis sehr erfolgreich und wirksam für Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium ist. An der Untersuchung waren 2970 Krebspatienten beteiligt, die von 2015 bis 2017 Cannabis konsumierten. Die Patienten waren durchschnittlich knapp 60 Jahre alt. Fast 27% berichteten schon zuvor Erfahrung mit Cannabis gehabt zu haben. Die am häufigsten vertretene Krebsart unter den Patienten war Brust- und Lungenkrebs. Während der Therapie waren die häufigsten Symptome Schlafprobleme, Schmerzen, Schwäche, Übelkeit und Appetitsverlust. Nach sechs Monaten und mit Behandlung von medizinischem Cannabis waren 25% der Patienten verstorben und 18% stoppten die Behandlung. Die verbliebenen rund 60% waren mit dem Cannabis sehr zufrieden: 96% berichteten von einer Verbesserung ihres Zustands. Nur rund 4% bemerkten keine Veränderung und 0,3% berichteten, dass sich ihr Zustand verschlechtert hatte.