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Chemotherapie: Kühlkappe gegen Haarverlust

Eine Chemotherapie bedeutet heutzutage nicht mehr das Schicksal Haarverlust - dank neuer Kühlkappen-Technologie können Patienten nun ihre Haare behalten ! /Bild: Paxman
Chemotherapie: Kühlkappe gegen Haarverlust
Tanja Judmann

Die Diagnose Krebs ist hart und wirft bei Betroffenen viele Fragen auf. Wie geht es jetzt weiter? Die Krankheit und ihre Behandlung zehren nicht nur an den körperlichen Kräften sondern sind meist auch eine große psychische Belastung. Denn auch wenn ein Patient versucht, sein Leben so normal wie möglich weiterzuführen, so fragen sich trotzdem viele: „Sieht jeder auf den ersten Blick, dass ich krank bin?“ Denn eine gefürchtete Nebenwirkung einer Chemotherapie ist der Haarverlust.

Warum fallen Haare aus ?

Eine chemotherapeutische Behandlung muss rasch und aggressiv wirken – nur so können die sich schnell teilenden, bösartigen Krebszellen angegriffen werden. Das Problem: Auch die gesunden Zellen bleiben von den Medikamenten nicht verschont. Chemo-Patienten verlieren deswegen ihre Haare, weil sich 85 – 90 % aller Haarfollikel gleichzeitig im Wachstum befinden. Werden diese gesunden Zellen durch die Chemotherapie angegriffen, hat das Haarausfall zur Folge.

Kopfhaut-Kühlung gegen Haarausfall

Früher bedeutete eine Chemotherapie zwangsläufig das Schicksal Haarausfall. Heute ist das anders: Mit Hilfe einer Kühlkappe der Firma Paxman, die 30 Minuten vor Beginn, während und 45 Minuten bis 2 Stunden nach der chemotherapeutischen Infusion getragen wird, kann das Ausfallen der Haare verhindert oder zumindest minimiert werden. Wie funktioniert das? Ganz einfach: Die Blutgefäße in der Kopfhaut werden durch die Kühlung verengt. Damit wird viel weniger vom Chemo-Medikament zu den Haarfollikeln transportiert und die lokale Stoffwechselaktivität eingeschränkt. So können sichtbare Zeichen einer Krebserkrankung vermieden werden – eine ungemeine Erleichterung für Patienten!

Häufige Fragen zur Kopfhaut-Kühlung

Das Konzept klingt genial – doch natürlich tauchen natürlich vor allem bei Betroffenen eine Menge Fragen auf. Hier eine Auflistung der 5 wichtigsten Punkte:

1. Wie sicher ist es ? – Sehr sicher, es gibt keine Nebenwirkungen.

2. Wie ist die Erfolgsrate ? – Die Chancen seine Haare behalten zu können stehen gut, es gibt aber leider keine Garantie. Verschiedene Faktoren wie die verabreichten chemotherapeutischen Medikamente haben Einfluss.

3. Wie fühlt es sich an? – Zu Beginn kalt, nach etwa 10-15 Minuten spüren die meisten Patienten die Kälte aber nicht mehr. Kopfschmerzen tauchen in der Regel sehr selten auf.

4. Sind Erfrierungen möglich? – Nein, freiliegende Hautstellen werden stets geschützt.

5. Ist die Bewegung eingeschränkt? – Nicht wesentlich, Patienten können während der Kühlung sitzen, sich zurücklehnen oder sich hinlegen. Auch lesen, schlafen und trinken ist erlaubt!

Erleichterung des Alltags

Viele Krebspatienten wollen trotz ihrer Diagnose ihr Leben so normal wie möglich fortführen. Die Kühlkappen-Behandlung kann dabei von unglaublicher Bedeutung sein. Da das Behalten der Haare die Erkrankung der Patienten nicht auf den ersten Blick erkennbar macht, verringert die Behandlung zum einen Stigmatisierung in Beruf und Privatleben, zum anderen gibt es den Betroffenen Entscheidungsfreiheit selbst zu bestimmen, ihre Mitmenschen über ihre gesundheitliche Situation einzuweihen.

Kopfhaut-Kühlung in Österreich

Die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester Natalija Frank, MPH hat die Paxman Kühlkappe, die im Vereinigten Königreich bereits flächendeckend eingesetzt wird, auch nach Österreich geholt. Angewandt wird das System bis jetzt im Wiener AKH, in der Privatklinik Goldenes Kreuz, in der Wiener Privatklinik, in der Universitätsklinik für Innere Medizin in Graz, im Krankenhaus Hietzing und im Wiener Hanusch-Krankenhaus.