Frauenmedizin

D-Mannose: Zucker gegen Blasenentzündung

Schon wieder eine Blasenentzündung? Eine Behandlung mit Zucker ist effektiv und noch relativ unbekannt. /Bild: Fotolia
D-Mannose: Zucker gegen Blasenentzündung

Viele kennen sie, viele fürchten sie: Harnwegsinfekte sind wohl etwas, das man nicht einmal seinem schlimmsten Feind wünscht! Vor allem „frau“ spürt es bereits beim ersten verdächtigen Brennen beim Wasserlassen und (chronisch) Leidgeplagte wissen dann sofort, was zu tun ist. Erstmal: Viel Blasentee und stilles Wasser trinken, sowie den Unterleib und die Füße schön warm halten. Werden die Beschwerden nach ein paar Tagen nicht besser, oder kommt Blut im Harn, Fieber oder Schüttelfrost hinzu, sollte schnellstens ein Arzt aufgesucht werden. In manchen Fällen ist dann die Einnahme eines ( bestmöglich auf Erregerempfindlichkeit getesteten) Antibiotikums unumgänglich.

Neue „süße“ Hoffnung bei Harnwegsinfekten?

Mannose
Bevor es allerdings so weit kommt und sich eine heftige Blasenentzündung manifestiert, lässt sich jedoch einiges tun. Neben einigen präventiven Vorkehrungen – wie etwa einer ausreichenden täglichen Trinkmenge, Stärkung des Immunsystems, warmer Kleidung und warmen Füßen sowie guter Intim-Hygiene und sofortigem Wasserlassen nach dem Sex – kann D-Mannose helfen.

Im Kampf gegen E-Coli

Blase

Doch was ist D-Mannose eigentlich? Die D-Mannose ist aus chemischer Sicht ein Einfachzucker und ein natürlicher Baustein pflanzlicher Polysaccharide. Er ist zum Beispiel natürlicherweise in mehreren Obst- und Gemüsesorten wie etwa Preiselbeeren, Äpfeln oder auch Pfirsichen enthalten. Erhältlich ist D-Mannose sowohl in Kapsel-, als auch in Pulverform und wird vorwiegend aus Mais oder Birke gewonnen. D-Mannose hat sich mittlerweile bei vielen Fauen sowohl zur Behandlung, als auch zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen bestens bewährt. Dabei wird angenommen, dass D-Mannose E-Coli-Bakterien – welche laut Wissenschaft für etwa 90% aller Harnwegsinfekte verantwortlich sind – an ihrem Festsetzen in der Blase hindern. Diese werden dann einfach mit dem nächsten Wasserlassen ausgespült.

Schlägt sich im Gegensatz zu Antibiotika nicht auf den Darm

Blessed
Mehrere Studien konnten bereits die positive Wirkung der D-Mannose nachweisen. So ergab etwa eine Studie aus dem Jahr 2013, die 6 Monate an 308 Frauen durchgeführt wurde, dass D-Mannose ebenso wie das Antibiotikum Nitrofurantoin zur Prävention von Harnwegsinfekten wirkte. Auch weitere Studien lassen positive Rückschlüsse auf die Wirkung des Einfachzuckers ziehen. Und wovon last but not least wohl am meisten profitiert wird: Im Vergleich zu einer Behandlung mit Antibiotika schädigt D-Mannose weder die Darmflora, noch damit unser Immunsystem.  Allerdings können bei manchen Menschen leichte Irritationen des Darms auftreten.

Frauenmedizin