Familie

„Das vierte Trimester“: Selfcare nach der Geburt

Die Zeit nach der Geburt ist häufig von Erschöpfung und Ruhebedürfnis geprägt. / Bild: Fotolia
„Das vierte Trimester“: Selfcare nach der Geburt

Die ganze Zeit der Schwangerschaft und auch die Zeit vor der Geburt sind von Planung und Vorbereitung geprägt. Die dreimonatige Zeit nach der Geburt des Kindes gerät manchmal jedoch in den Schatten. Diese Phase bezeichnet man manchmal auch als „viertes Trimester“ oder Wochenbett. Diese Zeit ist für die frischgebackenen Eltern und das Baby eine besonders prägende. Vor allem für die Mutter, welche auf neun Monate anstrengende Schwangerschaft und das Geburtserlebnis zurückblickt, ist nun Selfcare und Erholung essentiell.

Die ersten Tage

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Die ersten Tage nach der Geburt sind eine besonders sensible Periode und das nicht ganz ohne Grund, denn in der Regel schmerzt hier vieles. Unmittelbar bei und kurz nach der Geburt finden sich Frauen in einem richtigen Hormonrausch, der die ersten großen Schmerzen leichter zu ertragen oder manchmal ganz vergessen lässt. Doch leider hält dieser nicht allzu lange an und wird von einer großen Erschöpfung und Müdigkeit verdrängt. Auch psychisch sind viele Mütter häufig erschöpft.

  • Viele Frauen haben im Wochenbett mit Schmerzen durch Geburtsverletzungen zu kämpfen, die Wunden müssen erst verheilen, die Gebärmutter bildet sich auf ihre ursprüngliche Größe zurück und der Wochenfluss setzt ein.
  • In dieser Zeit ist es wichtig, sich als neue Mama ausreichend Zeit und Erholung für sich selbst zu nehmen, denn davon profitiert auch das Baby. Dazu gehört auch, kein schlechtes Gewissen zu haben, sein Baby für eine kurze Zeit auch mal Papa oder den Großeltern anzuvertrauen, um sich selbst eine kleine „Auszeit“ zu gönnen. Ebenso gehört dazu, sich abzugrenzen, etwa „Nein“ zu Besuchen zu sagen, wenn man erschöpft oder ruhebedürftig ist.
  • Körperlich empfiehlt es sich für die frischgebackene Mama in den Tagen nach der Geburt, sobald es geht, aufzustehen und so viel wie möglich herumzugehen. Auch sollte auf regelmäßige und nahrhafte Mahlzeiten und Snacks zwischendurch geachtet werden, um wieder zu Kräften zu kommen. So gut es das Baby zulässt, sollten Möglichkeiten zum Schlafen genutzt werden. Schmerzmittel sollten in ärztlicher Rücksprache eingenommen werden –idealerweise, bevor die Schmerzen zu stark werden. Um Verstopfung vorzubeugen und den Stoffwechsel anzuregen, sollte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
  • Sobald als möglich kann auch ein entspannendes Bad genommen werden. Der Pflege des Dammes, der durch die Geburt besonders häufig in Mitleidenschaft gezogen wird, sollte eine spezielle Aufmerksamkeit zukommen. Hier kann ein Sitzbad mit Eichenrinde oder Hamamelis oder auch ein Regenerationsspray sowie Kühlen sehr wohltuend sein. Beruhigende Tees können einen erholsamen Schlaf besonders gut unterstützen – alles, was gut tut, lautet hier das Credo – egal, was dazugehört.

Die ersten sechs Wochen

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  • Dem frischgebackenen Papa kommt in dieser Phase wie auch in den folgenden Wochen besonders viel Aufmerksamkeit zu: Er kann seine Partnerin vor allem im Haushalt sehr unterstützen, indem er etwa Erledigungen oder auch das Kochen übernimmt. Auch, der Partnerin nun extraviel Liebe und Verständnis entgegenzubringen, ist sehr wertvoll. Und ebenso braucht das Baby von Anfang an seinen Papa.
  • In dieser Phase, die auch als Babymoon bezeichnet wird, kann es weiterhin emotionale und körperliche Höhen und Tiefen geben. Wichtig ist hier, sich selbst treu zu bleiben, sich nicht perfekten Bildern einer Mutterschaft unterzuordnen oder mit anderen Müttern zu vergleichen. Auch das Vertrauen in die eigenen Instinkte ist in dieser Zeit besonders wertvoll, um die Bindung zum Baby auf eine wunderschöne Weise aufzubauen und zu festigen.
  • Weiterhin ist für die Mutter Entspannung und Loslassen angesagt. Ein Vaterschaftsurlaub kann in dieser Zeit sehr entlasten.
    Auch die Hilfe Großeltern oder Freunden anzunehmen, kann unheimlich erleichternd sein. Selfcare sollte ganz groß geschrieben werden.

Ab dem zweiten bis zum dritten Monat

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  • Ab dem zweiten Monat hat man sich meist schon an die neue Rolle als Mama gewöhnt und mit der Verantwortung, die sie mit sich bringt, vertraut gemacht. Erste Kontrolluntersuchungen stehen an und auch so manches Organisatorisches. Auch hier kann Papa eine große Stütze werden. Das Packen einer Wickeltasche ist hier besonders wichtig, um mit dem Baby mobil zu werden.
  • In dieser Phase ist es wichtig, sich darauf einzustellen, dass sich manche Freundschaft im Freundeskreis positiv oder negativ verändert. Dies ist ganz normal und sollte auch nicht persönlich genommen werden. Manchmal bilden sich neue Freundschaften mit anderen frischgebackenen Eltern, die auf einer ähnlichen Lebenssituation mit all ihren neuen Herausforderungen basieren.
  • Die Rückkehr in den Job, die manchmal schon ab dem dritten Monat nach der Geburt wieder stattfindet, sollte gut vorbereitet werden. Hier kann es wertvoll sein, sich selbst nicht zu viel Druck zu machen und nicht zu streng mit sich zu sein – auch, wenn mal etwas nicht so klappt. Manche Frauen plagt in dieser Zeit ein besonders schlechtes Gewissen, wenn das Baby in eine andere Obhut gegeben wird. Idealerweise kann hier eventuell eine Väterkarenz in Anspruch genommen werden.