Psychologie

Dates: Warum Frauen den ersten Schritt machen sollten 

Tut Frau den ersten Schritt, ist die Beziehung glücklicher! /Bild: Fotolia
Dates: Warum Frauen den ersten Schritt machen sollten 
Catharina Kaiser

Es ist eine uralte Frage, die die Menschheit begleitet und so manchen schon mal in den Wahnsinn getrieben hat: Wer macht in Sachen Dates den ersten Schritt und wann ist der richtige Zeitpunkt? Der allgemeinen gesellschaftliche Auffassung zufolge wäre dies ja bekanntlich die Aufgabe des männlichen Geschlechts – ach ja und dann wäre da noch die absurde Regel, dass man bitte drei Tage warten muss. Laut neuesten Umfragen der Dating-App The League sieht die Realität jedoch ganz anders aus. Nach Analyse der Daten von 100 glücklichen Paaren, die sich über die App kennengelernt hatten, waren die Beziehungen dann am glücklichsten, wenn Frauen die erste Nachricht gesendet hatten.

Unbewusster erster Schritt

 

Frauen haben jedoch nicht nur bei Online-Dates die Zügel in der Hand, sondern scheinen auch bei Verabredungen im echten Leben häufiger den ersten Schritt zu machen. „In vielen Fällen passiert dies allerdings mehr oder minder unbewusst“, so Dating-Expertin Madeleine Mason. Männer seien hingegen etwas komplizierter unterwegs. „Sie würden niemals den ersten Schritt wagen, wenn sie nicht zuvor eindeutige Signale bekommen, die auf ein Interesse der Frau hindeuten“. Sei es ein Lächeln, ein verständnisvolles Nicken oder das altbekannte Spiel mit der Haarsträhne. Man könnte also behaupten, Männer würden selbst darauf warten, dass die Frau den ersten Schritt macht.  Es scheint sich dabei um eine Art angeborenes Verhalten zu handeln, dass sich in die DNA eingeschrieben hat. Da wäre es doch überraschend, wenn dies im Kontext des Online-Datings anders wäre.

Iniziative ergreifen macht glücklich

Zusätzlich zur Erkenntnis, dass Frauen ihren Erfolg in Sachen persönliches Liebesglück erhöhen können, indem sie den ersten Schritt machen, ergab die Studie, dass alle glücklichen Paare hohe „League scores“ hatten. Das bedeutet, dass sie in den Kategorien Anwesenheit, Initiierung sowie Zuverlässigkeit sehr hoch bewertet eingestuft wurde. „Das macht auch durchaus Sinn. Jemand der gewissenhaft ist, wird eher Erfolge erzielen. Je stabiler und zuverlässiger ein Mensch ist, desto wahrscheinlicher wird man vom Gegenüber als perfekter Partner gesehen“, fügt Mason hinzu. Interessanterweise hatten die glücklichsten Paare auch einen durchschnittlichen Altersunterschied von drei Jahren und mehr als 80% wiesen das gleiche Bildungsniveau auf. Laut Erhebungen wurden durchschnittlich 34 Nachrichten verschickt, bevor tatsächlich Telefonnummern ausgetauscht wurden. Es zeigt sich also, dass sich glückliche Paare zunächst einmal etwas Zeit nehmen, um die Person kennenzulernen bevor man sich tatsächlich verabredet. Logischerweise bedeutet das allerdings nicht, dass man Mr. Right auch mit weniger Nachrichten ausfindig machen könnte. Statistiken können zwar einen gewissen Mehrwert bringen, müssen jedoch nicht automatisch auf jeden zutreffen. Vor allem wenn es um Liebe geht.