Diät

Demenzrisiko: Führt Übergewicht zu Schädigungen im Gehirn?

Laut einer aktuellen Studie könnte sich Fettleibigkeit negativ auf die "Graue Substanz" unseres Gehirns auswirken./ Bild: Fotolia
Demenzrisiko: Führt Übergewicht zu Schädigungen im Gehirn?
Paulin Klärner, BA

Übergewicht kann sich enorm negativ auf unseren Körper und unsere Psyche auswirken. Zahlreiche Folgeerkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes oder chronische Atemprobleme können von Fettleibigkeit ins Rollen gebracht werden. Von den körperlichen Auswirkungen abgesehen, können die zahlreichen Einschränkungen im Alltag auch zur Belastung für die Seele werden. Doch nicht nur Körper und psychisches Wohlbefinden sollen von den Folgen von Übergewicht betroffen sein. Laut Wissenschaft könnte eventuell auch das Gehirn durch Adipositas geschädigt werden.

Studie zeigt: Übergewicht könnte Gehirn schädigen

eating

Nachdem einige Untersuchungen in den vergangenen Jahren bereits Hinweise lieferten, dass sich Übergewicht auch auf unser Gehirn auswirken und zum Beispiel das Alzheimer-Risiko erhöhen kann, legt nun eine englische Studie, die in der Online-Ausgabe des Fachmagazins „Neurology“ veröffentlicht wurde, nach. Laut den britischen Forschern der Loughborough-University könnte sich Fettleibigkeit nämlich direkt auf die Graue Substanz unseres Gehirns, die „Substantia grisea“, auswirken. Jene Graue Substanz besteht aus Nervenzellkörpern und ist ein wichtiger Teil des Zentralnervensystems.

Das Ergebnis der Studie:

Jene Studienteilnehmer mit einem hohen Body-Mass-Index und einem gleichzeitig hohen Taille-Hüfte-Quotienten wiesen ein geringeres Volumen an Grauer Substanz auf als die schlankeren ProbandInnen. Bei der ebenfalls untersuchten weißen Substanz (bestehend aus Nervenfasern, die die verschiedenen Areale des Gehirns miteinander verknüpfen) konnten hingegen keine Abnormitäten festgestellt werden. Die Forschung hat eine Schrumpfung des Hirns mit einem Verfall des Gedächtnisses und einem erhöhten Risiko für Demenz in Verbindung gebracht (…) Unklar war bisher aber, ob zusätzliches Körperfett die Gehirngröße schützt oder schädigt.“, erklärt der britische Forscher, Sportmediziner und Studienleiter Mark Hamer in einer zur Studie veröffentlichten Mitteilung.

Übergewicht schuld an Schädigungen oder umgekehrt?

Obwohl die Ergebnisse darauf hindeuten, dass sich Übergewicht negativ auf die Graue Masse auswirkt, sind die Forscher mit ihren Schlussfolgerungen vorsichtig: „Obwohl unsere Studie herausgefunden hat, dass Fettleibigkeit, vor allem in der Körpermitte, mit einem geringeren Volumen an Grauer Substanz im Gehirn zusammenhängt, bleibt unklar, ob Anomalitäten in der Hirnstruktur zu Fettleibigkeit führt oder ob Fettleibigkeit diese Veränderungen im Hirn bewirkt“, so Hamer. Welche Konsequenzen das „Schrumpfen“ der Grauen Substanz tatsächlich für die Betroffenen habe, sei ebenfalls noch unklar und müsse weiter untersucht werden.