Haut

Der simple Grund für dauerhaft kalte Hände

Die Hände fühlen sich ständig an wie Eiszapfen - aber wieso eigentlich ? /Bild: Fotolia
Der simple Grund für dauerhaft kalte Hände
Catharina Kaiser

Bei diversen klassischen Kälteeinbrüchen kann es natürlich schon mal passieren dass sich die Hände in Eisklötze verwandeln. Sofern sie aber generell eher dem eiskalten Händchen aus der Adams Family gleichen, als einem menschlichen Körperteil muss das nicht unbedingt etwas mit den winterlichen Temperaturen zu tun haben. Überraschenderweise sind eisige Hände auch keine seltene Beschwerde. Allerdings auch keine Sache, worüber man sich jetzt sofort großartig sorgen müsste. Das macht die kalten Hände aber nicht weniger nervig. Im Normfall werden die Hände nämlich durch das Kreislaufsystem des Körpers warm gehalten, indem warmes Blut in die Finger gepumpt wird. Je mehr davon dort landet, desto wärmer wird es. Sofern man sich aber nach draußen begibt oder im Winter ein Fenster offen lässt, spielt die körpereigene Thermoregulierung schnell mal verrückt.

Kalte Hände sind individuell

Die Thermoregulierung des Körpers nutzt viele Strategien um den Körper bei Kälte schön mollig warm zu halten. Allerdings können die Extremitäten dabei gelegentlich in den Hintergrund rutschen. „Durch Verengung der Blutgefäße soll das Blut nämlich möglichst in der Nähe des Oberkörpers gehalten werden, um dort wichtige Organe zu schützen“, erklärt Dr. Natalie Evans. Deshalb friert man auch in erster Linie an Armen und Beinen. „Einige Menschen reagieren auf diese Prozesse allerdings sensibler als andere, weshalb ihre Hände scheinbar dauerhaft kalt sind“, so Dr. Albert Ahn, Internist am NYU Langone Medical Center.

Mögliche Ursachen

In einigen Fällen könnte anhaltendes Frösteln in den Händen aber auch Anzeichen für etwas Ernsthafteres sein. Beispielsweise wenn sie trotz warmer Temperaturen noch immer wirken, als wären sie in einen Eimer mit Eis gelegt worden. Ein solcher Zustand könnte etwa ein mögliches Symptom des Raynaud-Symptoms sein. Dabei werden Blutgefäße zufällig zusammengezogen, was dazu führt, dass die betroffene Körperstelle weiß färbt und sich kalt anfühlt. Obwohl die Symptome zwar keinesfalls angenehm sind, ist die Krankheit generell nicht gefährlich. Jedoch kann sie als eine Nebenwirkung eines anderen Problems, wie Lupus oder einer Schilddrüsenerkrankungen, auftauchen. Sofern also farbliche Veränderungen der Haut bemerkt werden, oder sich ihre Textur ändert und ein Gefühl von Kälte wahrgenommen wird, sollte sicherheitshalber ein Arzt kontaktiert werden. Selbiges gilt natürlich in besonderer Dringlichkeit für den Fall, dass die Hände tatsächlich über einen längeren Zeitraum extremer Kälte ausgesetzt waren und möglicherweise eine Erfrierung vorliegen könnte. Allen anderen bleibt leider nichts weiter als eine Investition in warme Handschuhe.