Gesundheit

Deutsche Studie bestätigt, dass sich Kinder immer weniger bewegen

Eine aktuelle Studie bestätigt, was Entwicklungspsychologen schon lange befürchten: Kinder bewegen sich im Alltag immer weniger./ Bild: Fotolia
Deutsche Studie bestätigt, dass sich Kinder immer weniger bewegen
Paulin Klärner

Die deutsche Langzeitstudie „Motorik-Modul“ (MoMo) zeigt, dass obwohl heute so viele Kinder wie nie zuvor in Sportvereinen angemeldet sind, die kindliche Bewegung im Alltag zu wünschen übrigen lässt. Demnach sollen nur 15 Prozent aller Kinder die empfohlene „Dagesdosis“ an körperlicher Aktivität, nämlich mindestens 1 Stunde Bewegung pro Tag, erreichen – und je älter die Kinder werden, desto weniger bewegen sie sich. Dies soll laut der Untersuchung jedoch nicht unbedingt mit Dingen wie Smartphone-Nutzung, Fernsehen oder Videospielen zusammenhängen – so bewegen sich jene Kinder, die viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen, nicht zwangsläufig weniger, so die Forscher. Die von der deutschen Bundesregierung geförderte Studie zeigt außerdem, dass Mädchen hierbei stärker betroffen sind als Burschen.

Warum ist Bewegung für Kinder so wichtig?

Von dem Erlernen der nonverbalen Kommunikation über die Stimulation des Gehirns und den Aufbau von Nervenverbindungen bis hin zu sozialer Interaktion, Selbstbewusstsein und körperlicher Fitness – Bewegung ist für Heranwachsende essentiell. Kinder, die sich wenig bis kaum bewegen, haben es später in zahlreichen Lebenslagen schwerer, denn Verhaltensmuster, die in der Kindheit erlernt wurden, sind im Erwachsenenalter um ein vielfaches schwerer wieder aufzubrechen. So ist etwa die Wahrscheinlichkeit, Übergewicht langfristig in den Griff zu bekommen geringer, wenn man bereits als Kind und Jugendlicher/Jugendliche adipös war. Bewegungsmangel in der Kindheit kann außerdem zu zahlreichen weiteren Folgeschäden, wie einem schwachen Immunsystem, Diabetes, Haltungsschäden und sogar einer erhöhten Anfälligkeit für psychische Erkrankungen führen. Fazit: Kinder brauchen Bewegung und Natur genauso wie die Luft zum Atmen, wenn sie sich zu gesunden, glücklichen Erwachsenen entwickeln sollen.

Wie motiviere ich meine Kinder zum Sport?

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Hierbei ist wohl die Vorbildfunktion das A und O. Sportliche Eltern haben eher sportliche Kinder. Wenn immer wieder mal Ausflüge, Wanderungen, Radtouren oder andere anregende sportliche Aktivitäten am Programm stehen, wird das Kind vermutlich ganz automatisch eine Begeisterung für Bewegung entwickeln. Kindern außerdem eine strenge Bildschirm-Tageshöchstration aufzuerlegen, kann ebenfalls hilfreich sein. Wenn man nicht vor dem Fernseher oder Laptop sitzen darf, muss man sich anderweitig beschäftigen. Bei Stadt-Kindern kommt es noch stärker auf das Engagement der Eltern an: Denn wenn Ausflüge ins Grüne nicht von den Kindern selbst bewerkstelligt werden können, müssen Mama und Papa die Initiative ergreifen und die Kleinen motivieren. Außerdem gilt: Sport muss Spaß machen. Bewegung mit lustigen Spielen zu verbinden, macht die körperliche Betätigung für Kinder gleich viel attraktiver.