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Forschung: Gene bei rotem Haar komplexer als bisher angenommen

Rothaarige behalten im Alter ihre natürliche Haarfarbe länger als andere Menschen. /Bild: Fotolia
Forschung: Gene bei rotem Haar komplexer als bisher angenommen
Trixi Kouba

In Europa tummeln sich Schwarzhaarige neben Braunhaarigen, Blonden und Rotschöpfen. Dabei ist die Vielfalt der Haarfarben hier sehr viel ausgeprägter als in anderen Regionen der Welt. 98 Prozent der Menschen weltweit haben dunkle bis schwarze Haare. Rothaarige sind hingegen äußerst selten. Sie machen einen Prozent der Weltbevölkerung aus.

Melanin bringt Farbe in Haut und Haar

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Das körpereigene Pigment Melanin ist für die Farbe der Haare und Haut zuständig. Der Körper produziert einerseits Eumelanin, welches für eine dunkle Haarfärbung sorgt, sowie Phäomelanin, das blonde oder rote Haare erzeugt. Je nachdem, wie diese Farbpigmente gemischt sind, fällt die Schattierung des Haares aus. Meist setzt sich Eumelanin bei der Vererbung durch, welches bei den meisten Rothaarigen keine Funktion hat. Rothaarige weisen hingegen häufiger Phäomelanin auf, das auch für einen hellen Hautton sorgt. Normalerweise muss das Gen von beiden Elternteilen weitergegeben werden, damit das Kind offensichtlich rote Haare bekommt. Das bedeutet, dass Vater und Mutter rothaarig oder zumindest blond sein müssen. Je älter der Mensch wird, umso weniger Melanin produziert sein Körper – die Haare wachsen weiß. Rothaarige behalten länger ihre natürliche Haarfarbe und bekommen erst später graue oder eher noch weiße Haare.

Der Gendefekt, der zu rotem Haar führt

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Bis jetzt nahm man an, dass rote Haare nur durch ein einziges bestimmtes Gen (MC1R) ausgelöst werden. Doch Forscher entdeckten nun weitere Gene, die im Zusammenhang mit rotem Haar stehen und trugen damit dazu bei, das Rätsel zu lösen, woher Rothaarige eigentlich ihren Look bekommen. Genauer gesagt entdeckten die Wissenschaftler acht Gene, die mit Rotschöpfen in Verbindung stehen. Sie führten die bisher größte genetische Studie zu Haarfarben durch. Die Forscher der University of Edinburgh sahen sich die DNA von fast 350.000 Menschen an, die Teil der UK Biobank Studie waren. Diese Studie fokussierte sich auf Menschen mit europäischer Abstammung, da die Vielfalt an Haarfarben sehr groß ist.

Als sie Rothaarige mit Braun- und Schwarzhaarigen verglichen, identifizierten sie acht bisher unbekannte genetische Unterschiede bei Menschen mit rotem Haar. Einige dieser Gene kontrollieren, wann das Gen MC1R ein- und ausgeschalten wird. Die Studie brachte auch über Menschen mit anderen Haarfarben Licht ins Dunkel. Sie entdeckten Unterschiede in fast 200 Genen, die im Zusammenhang mit Blonden und Brünetten stehen. Für Überraschung sorgte die Erkenntnis, dass diese 200 Gen-Unterschiede stärker mit der Haartextur als ihren Pigmenten in Verbindung stehen.