Partnerschaft

Die Gründe fürs Fremdgehen sind vielseitiger als erwartet

Der Beziehungskiller schlechthin ist der Seitensprung – doch warum gehen Menschen in einer Partnerschaft fremd ? /Bild: Unsplash
Die Gründe fürs Fremdgehen sind vielseitiger als erwartet
Melanie Payerl

Wer schon einmal von seinem Partner betrogen wurde, hat sich mit Sicherheit die Frage gestellt: Warum hat er/sie das bloß getan? Liegt es tatsächlich immer daran, dass die Menschen in ihrer Beziehung unzufrieden und unglücklich sind? Männer und Frauen gehen gleichermaßen fremd, diese Tatsache haben bereits einige Studien bewiesen. Forscher der Universität in Montreal haben herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit eines Seitensprungs zwischen 40 und 80 Prozent liegt – ein erschreckend hoher Prozentsatz.

betruegen

Experten wissen woran es tatsächlich liegt

Oft liegt es nicht am körperlichen Verlangen nach Sex, sondern an vorangegangen den Erfahrungen und Erlebnissen. Tatsächlich neigen Menschen ihren Partner zu betrügen, wenn sie persönliche Probleme haben. Stress am Arbeitsplatz, Probleme mit Gesundheit und Familie sind häufig Gründe für Seitensprünge. Wer fremdgeht, führt also nicht zwingend eine schlechte Beziehung.

Innere Leere als Ursache

Alkohol- und drogensüchtige Menschen leiden häufig an der gleichen inneren Leere wie Menschen, die fremdgehen. Bei spiel- oder kaufsüchtigen Menschen ist das ähnlich, die innere Leere wird durch das Kaufen von diversen Gegenständen oder das Spielen in Spielhallen oder Casinos kompensiert. Margaret Paul Ph.D. geht davon aus, dass Fremdgeher ihre innere Leere und die Einsamkeit mit einer anderen Person ausgleichen.
Kuss

Gibt es eine biologische Erklärung  ?

Das mag skurril klingen, dennoch hat die Anthropologin und Biologin Dr. Helen Fisher, einer der bekanntesten US-Wissenschaftlerinnen, die sich mit dem menschlichen Gehirn, romantischer Liebe, Partnerwahl, Ehe, Untreue und Scheidung beschäftigt, dazu Erstaunliches aufgezeigt. Fischer hat in einer Untersuchung von rund 50 Menschen herausgefunden, dass sich Menschen nach romantischer Liebe sehnen und dieser ein Trieb wie auch Hunger oder Durst ist, der sich im Unterbewusstsein abspielt. Fisher ist sich sicher, dass es auch andere Triebe gibt, die eine wichtige Rolle spielen und sogar Seitensprünge begründen können, wie beispielsweise der Fortpflanzungstrieb. Für Fisher besteht Liebe aus drei Bestandteilen: neben dem Fortpflanzungstrieb wirkt Liebe auch wie ein Belohnungssystem, außerdem gibt es das Bedürfnis nach einer starken Bindung zu einem Partner. Erstaunlich an Fishers Theorie ist, dass diese drei Bestandteile nicht unmittelbar miteinander verbunden sein müssen. Die Anthropologin kam aufgrund dessen zu der Erkenntnis, dass Menschen nicht nur in Monogamie leben können, Menschen sind fähig mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben, so Fisher. Ist das der tatsächliche Grund warum Menschen zu Seitensprüngen neigen? Fisher selbst gibt zu, dass die Liebe trotz all ihren Erforschungen noch immer ein gewisses Rätsel ist.