Gesundheit

Überdosis Vitamin D kann zu schweren Nierenschäden führen

Vorsicht und Sorgfalt empfiehlt sich allgemein bei der Einnahme von Mikronährstoff-Nahrungsergänzungsmitteln. Vor allem Vitamin D wird häufig auch Lebensmitteln standardisiert zugesetzt und kann in langfristiger erhöhter und zusätzlicher Einnahme zu schweren Nierenschäden führen. /Bild: Fotolia
Überdosis Vitamin D kann zu schweren Nierenschäden führen

Vitamin D ist an sich ein lebenswichtiger Mikronährstoff, der allein durch Sonnenstrahlung und die Ernährung gerade in sonnenarmen Regionen häufig unzureichend aufgenommen werden kann. In diesem Fall empfiehlt sich in der Regel eine zusätzliche Nahrungsergänzung mit dem „Sonnenvitamin“ Vitamin D. Dies ist nicht nur praktisch in der Einnahme und grundsätzlich nebenwirkungsfrei, sondern behebt einen etwaigen Mangel auch sehr wirkungsvoll. Bedacht werden sollte jedoch stets – und vor allem bei einer Langzeiteinnahme – dass auch eine Überdosierung zu schweren Komplikationen führen kann. Vor allem für fettlösliche Vitamine wie Vitamin D (und Vitamin A, E und K), die nur zusammen mit Fetten absorbiert werden können und im Körper eingelagert werden, gilt die Gefahr einer Überdosis.

Nierenschäden als Folge einer Überdosis

kidney

Erst kürzlich wurde im Canadian Medical Association Journal die Meldung eines Falls publiziert, der die Konsequenzen einer Überdosierung mit Vitamin D dokumentiert. Ein 54-jähriger Mann, welcher gerade von einer Reise nach Südostasien zurückgekehrt war, wies im Bluttest einen erhöhten Kreatininspiegel auf. Ein alarmierendes Zeichen: Dieser deutet in der Regel auf Nierenschäden oder auch Fehlfunktionen der Niere hin. Der Mann wurde schließlich an einen Nierenspezialisten überwiesen und nach weiteren gesundheitlichen Untersuchungen wurde ein stark erhöhter Kalziumspiegel im Blut festgestellt, welcher erhebliche Nierenschäden ausgelöst hatte. Der stark erhöhte Kalziumspiegel war auf eine 2 ½ Jahre lange, tägliche Vitamin D Supplementierung von 8-12 Tropfen– was 8000-12.000 IE entspricht– zurückzuführen. Verordnet worden war dem 54-Jährigen diese viel zu hohe Dosierung von einem Naturarzt. Verglichen dazu lautet die empfohlene Tagesdosis an Vitamin D 400-1000 IE. Für Erwachsene mit einem hohem Osteoporoserisiko sowie für ältere Erwachsene wird aktuell eine Menge von 800-2000 IE empfohlen.

Wichtiges Learning aus dem Fall

Dr. Bourne Auguste, Clinical Fellow im Home Dialysis am Toronto General Hospital und der University of Toronto äußerte sich hierzu: „Obwohl die Toxizität von Vitamin D aufgrund eines großen therapeutischen Spektrums selten ist, kann die breite Verfügbarkeit in verschiedenen rezeptfreien Formulierungen ein erhebliches Risiko für uninformierte Patienten darstellen.“ Daraus schließen lässt sich nach den Autoren, dass sowohl Patienten, als auch Ärzte und Naturheilpraktiker besser und transparenter über die Risiken einer Überdosierung von Vitamin D aufgeklärt werden sollten. Ebenso ist es bei Nahrungsergänzungsmitteln allgemein wichtig, die empfohlene tägliche Menge einzuhalten und nicht zu überschreiten. Auch ein immer wieder durchgeführtes Blutbild hilft dabei, sich mit Mikronährstoffen optimal und nicht über- oder unterversorgt zu wissen.