Ernährung

Die Sucht nach Eiscreme

Je mehr Eis verzehrt wird, desto mehr verlangt der Körper. /Bild: Fotolia
Die Sucht nach Eiscreme
Trixi Kouba

Eine Schoko-Tüte, ein Becher Heiße Liebe oder Eispalatschinken – Für viele Menschen gehört eine Tüte Eis zu einem perfekten Sommertag dazu. Wenn Sie das Gefühl haben, ihre Lust nach Eiscreme steigert sich mit jeder Portion immer mehr, liegen Sie ganz richtig. Studien zeigten, dass es eine regelrechte Sucht nach dem kalten Dessert gibt: Je mehr man isst, desto häufiger kommt der Appetit danach auf. Doch wieso macht Eiscreme überhaupt so süchtig?

Reaktion wie bei Drogen-Konsumenten

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Eiscreme gehört zu den Top-Lebensmitteln, die den Menschen süchtig machen können. Dazu zählen Nahrungsmittel, die hochgradig viel Fett oder Zucker in sich tragen und damit auf das Belohnungszentrum des Gehirns wirken. Das Gehirn reagiert schwächer auf die Zufuhr von Eiscreme und zwar in derselben Weise, wie bei Menschen mit regulärem Drogenkonsum: Je mehr eine Person es konsumiert, desto unbefriedigender ist der Konsum. Die Toleranz steigt durch den erhöhten Genuss von Eis und der Mensch benötigt immer mehr Mengen, um eine Befriedigung zu erreichen.

Die Sucht nach einer Tüte Eis muss jedoch nicht bei jedem auftreten. Während manche Personen regelmäßig Eiscreme oder ähnliche stark fett- oder zuckerhaltige Mahlzeiten naschen und keine Sucht aufweisen, könnten andere eine Sucht zu bestimmten Lebensmitteln entwickeln. Genauso wie manche Menschen das Rauchen von Zigaretten oder Trinken von Alkohol ausprobieren und keine Sucht entwickeln.

Verführerische Lebensmittel

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Vor allem Fertigprodukte mit viel Fett, Zucker oder Weizenmehl haben hohes Potential, um Süchte beim Menschen auszulösen. Die problematischsten Nahrungsmittel sind jene, die sehr viel Zucker enthalten und dadurch einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels verursachen. Laut Forschern macht es diese Eigenschaft schwierig für Menschen, den Verzehr zu stoppen oder einzuschränken – ähnlich wie bei Drogensüchtigen. Erwachsene mit einem hohen BMI sind dem Risiko, einer Lebensmittelsucht zu unterliegen, zudem stärker ausgesetzt und können sich laut Forschungen schwieriger kontrollieren.