Gesundheit

Digital-Detox: 6 Tipps, um weniger Zeit am Smartphone zu verbringen

Das Smartphone ist in unserem Alltag kaum noch wegzudenken./ Bild: Fotolia
Digital-Detox: 6 Tipps, um weniger Zeit am Smartphone zu verbringen
Paulin Klärner, BA

Das Smartphone hat in unserer Gesellschaft mittlerweile den Status eines geliebten Menschen eingenommen. Es ist überall dabei, hilft uns, uns in der Welt zurechtzufinden, ist das erste, was mir morgens bedienen und das letzte, was wir sehen, bevor wir schlafen gehen. Aber ist es wirklich unbedenklich, so viel Zeit mit unserem kleinen, zugegebenermaßen sehr vielseitigen und wahnsinnig hilfreichen Freund zu verbringen? Nein, sagt die Medizin, Psychologie und sowieso jeder, der sich länger als 5 Minuten mit dem Thema Smartphone und dessen Auswirkungen auf unser Leben beschäftigt.

Gefährliches Suchtverhalten mit noch unklaren Konsequenzen

Zahlreiche Studien lassen vermuten, dass das Tragen des Handys am Körper mit verschiedenen Erkrankungen wie etwa Krebs und Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht werden kann und dass der ständige Gebrauch zu einem regelrechtem Suchtverhalten führt. Die PINTA-Studie des Bundesministerium für Gesundheit schätzt rund 2,5 Millionen Deutsche zwischen 14 und 64 Jahren als „problematische Internetnutzer“ ein. Depressionen, Zwangsstörungen und Phobien sind nur drei der zahlreichen möglichen psychischen Langzeitfolgen der exzessiven Smartphone-Nutzung.

Ich Chef – du Telefon!

Boss

Höchste Zeit also, dem Smartphone die Macht über uns zu nehmen und wieder ein selbstbestimmteres Leben zu führen. Diesen Gedanken teilen zurzeit viele – vor allem junge – Menschen, weshalb der Trend „Digital Detox“ längst kein unbekannter mehr bist. Hierbei geht es darum, sich Schritt für Schritt von der Handy-Sucht zu lösen – und das soll nicht heißen, dass man einmal im Jahr zwei Tage Auszeit nimmt, sondern dass man es schafft, dauerhaft einen gesunden Umgang mit dem Smartphone zu erlernen, den man gegebenenfalls auch der nächsten Generation weitergeben kann. Deshalb haben wir 6 Tipps gesammelt, die helfen sollen, die Finger leichter vom Smartphone zu lassen.

1. Offline (Flug-)Modus nutzen

Bye!

Wer abends entscheidet, das Smartphone wegzulegen und trotzdem ständig durch den leuchtenden Bildschirm auf Benachrichtigungen (die meist bis zum nächsten Tag warten können) aufmerksam gemacht wird, wird es nicht schaffen, die von zahlreichen Psychologen und Medizinern empfohlene abendliche Handy-Auszeit einzuhalten. Deshalb – und weil es  noch immer keine Langzeitstudien zur Handystrahlung und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper gibt – ist es ratsam, das Smartphone zumindest abends bis zum nächsten Tag auf Flugmodus zu stellen.

2. Digital Detox-Apps

Die beliebte Bloggerin Daria Alizadeh (Daria Daria) macht’s vor: Mithilfe von Apps zu einem Smartphone-freieren Alltag. Klingt erstmal unlogisch, funktioniert aber tatsächlich. So gibt es mittlerweile zahlreiche Apps (hier findet ihr eine Liste der beliebtesten Digital-Detox-Apps), die dir genau anzeigen, wie viele Stunden du täglich am Handy-Bildschirm verbringst und mithilfe derer du unter anderem eine Smartphone-Auszeit einstellen kannst, während der nur bestimmte, wichtige Funktionen verfügbar sind (wie z.B. Anruf-Funktion und/oder SMS-Funktion, dafür kein Facebook, Instagram und Twitter).

3. Apps entrümpeln

Facebook, Instagram und andere zeitraubende Apps vom Handy zu löschen kann eine wahre Erlösung sein. Jene Apps bzw. Internet-Seiten kann man schließlich auch immer noch am Tablet oder Computer öffnen, bzw. installieren und erst abends oder bei tatsächlichem Bedarf checken. Fällt das sinnlose Facebook-Scrollen plötzlich weg, wird man erst merken, wie viel unnötige Zeit man dafür verschwendet hat, während man den süßen Typ gegenüber in der Straßenbahn nicht einmal bemerkt hat.

4. Smartphone-freie Zonen

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Ob Bett, U-Bahn, Büro-Tisch, Uni oder Garten: Handy-freie Zonen eröffnen ganz neue Möglichkeiten, sein Umfeld bewusster wahrzunehmen.

5. Geräte ohne Internet nutzen

Mittlerweile wird quasi alles am Handy erledigt – von der Terminplanung, über Musik und Notizen bis hin zum Fotografieren. Dabei gehen schöne, zeitlose Dinge wie das gute alte Fotoalbum, der schöne Terminkalender aus Leder und die schicke Armbanduhr vollkommen verloren. Sich wieder ein wenig in Gelassenheit und Entschleunigung zu üben und dem Handy nicht jede Funktion zu überlassen, kann ziemlich bereichernd sein.

6. Regeln sind da, um… darüber nachzudenken

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Strenge Regeln, wie „Kein Handy beim Date mit den Freundinnen“, „Kein Smartphone nach 21:00 Uhr“, oder „Kein unnötiges Facebook-Scrollen in der Uni/Arbeit“ können helfen, erst richtig zu verstehen, was für ein fixer (oft unnötiger) Bestandteil unseres Lebens das Smartphone geworden ist. Auch wenn man sich wohl kaum ohne Ausnahme an solche Regeln halten wird – schließlich sind wir alle nur Menschen -, können sie zumindest zum Nachdenken anregen. Und Nachdenken hat bis jetzt noch niemandem geschadet.