Familie

Elternschaft verlangsamt den Alterungsprozess – stimmt das tatsächlich?

Ein Leben mit Kindern bringt Höhen und Tiefen mit sich! /Bild:Fotolia
Elternschaft verlangsamt den Alterungsprozess – stimmt das tatsächlich?
Melanie Payerl

Eine Studie der Simon Fraser University in British Columbia hat herausgefunden, dass Frauen, die viele Kinder geboren haben, langsamer altern. Die Studie wurde von Professor Pablo Nepomnaschy geleitet und zeigt, dass Frauen mit vielen Kindern längere „Telomere“ aufweisen. Telomere sind die Schutzspitzen am Ende jedes DNA-Strangs, die die Zellalterung anzeigen. Lange Telomere stehen für Langlebigkeit.

Studienergebnisse:

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Bei der Studie wurden 75 Frauen aus zwei benachbarten Gemeinden in Guatemala untersucht. Die Telomerlängen der Teilnehmerinnen wurden an zwei verschiedenen Zeitpunkten in einem Abstand von 13 Jahren durch Speichelproben gemessen. Dies ist die erste Studie, die einen direkten Zusammenhang zwischen der Kinderanzahl und der Länge der Telomere untersuchte.

Nepomaschys Studienergebnisse widersprechen der Theorie der Lebensgeschichte, denn diese besagt, dass eine höhere Anzahl an Kindern die biologische Alterung beschleunigt. Diese Theorie trifft zumindest bei Trieren wie Fischen, Vögeln und Mäusen zu. Die Studie der Simon Fraser University scheint jedoch Gegenteiliges zu bestätigen. Bei jenen Studienteilnehmerinnen, die mehr Kinder haben, kann eine langsamere Telomerverkürzung im Laufe der Zeit beobachtet werden. Verantwortlich dafür ist der dramatische Anstieg des Hormons Östrogen. Dieses Hormon wird während der Schwangerschaft gebildet und es schützt die Zellen vor der Verkürzung der Telomere. Nichtsdestotrotz spielt auch das soziale Umfeld der Studienteilnehmerinnen eine wichtige Rolle in Bezug auf die Fortpflanzung und den Alterungsprozess. Die Studienteilnehmerinnen haben in ihrem persönlichen Umfeld viel Unterstützung von Freunden, Verwandten und Familie erhalten. Positive Unterstützung wirkt dem Alterungsprozess entgegen. Mit dem Alter der Organismen verkürzen sich die Telomere.

Eltern leben länger als Paare ohne Kinder

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Schlaflose Nächte, sich ständig füllende Windeleimer, Machtkämpfe mit dem trotzigen Nachwuchs, zahlreiche Wünsche, pubertierende Teenager – Eltern haben es häufig nicht leicht mit ihrem Nachwuchs. Aufgrund der vielen Sorgen, die einem Kinder immer wieder bereiten, könnte angenommen werden, dass Eltern früher sterben, als Paare ohne Kinder. Diese Annahme ist jedoch falsch. Schwedische Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass bereits ein Kind reicht, um länger zu leben. Die Lebenserwartung steigt dabei mit zunehmendem Alter. Männer und Frauen mit Kindern leben im Durchschnitt um anderthalb bis zwei Jahre länger gegenüber kinderlosen Paaren. Ob verheiratet oder nicht, spielt dabei keine Rolle, so die Wissenschaftler. Kinder zu haben alleine reicht dennoch nicht aus, ein gesunder Lebensstil ist unabdingbar für ein langes und gesundes Leben.