Familie

Elternschaft: Wie man sich als Mama Auszeiten nimmt

Sich als Elternteil hin und wieder Zeit für sich zu nehmen, ist nicht nur für das eigene Wohlbefinden, sondern auch für das der Kinder wichtig./ Bild: Fotolia
Elternschaft: Wie man sich als Mama Auszeiten nimmt
Paulin Klärner

Sich als Elternteil Auszeiten nehmen zu können, ist wichtig. In welchem Ausmaß das möglich ist, hängt freilich von zahlreichen individuellen Faktoren (wie Verfügbarkeit des Partners, finanzieller Möglichkeiten, familiärer Unterstützung, Anzahl und Alter der Kinder und vielem mehr) ab. Fix ist aber: Ein bisschen Zeit für sich selbst darf und sollte regelmäßig drin sein, selbst wenn es sich dabei nur um Mini-Auszeiten handelt. Und hierbei geht es keineswegs darum, dass man sich nur um des eigenen Egos willen zurückzieht – auch Kinder profitieren von entspannten, ausgeglichenen Eltern. Der dänische Familientherapeut Jesper Juul meint hierzu: „Service-Eltern sind für Kinder nicht entwicklungsförderlich – sie nehmen ihnen alles ab und sind dann überfordert.“ Den Familien-Stress und den weit verbreiteten Gedanken „Ohne mich geht eh nichts“ loszulassen, kann also nicht nur für Mamas (und Papas) befreiend sein, sondern tut in Folge auch den Sprösslingen und der Partnerschaft der Eltern gut.

Wie definieren sich Auszeiten?

Auf die Frage, was denn eigentlich als Auszeit gilt, antwortet Psychologin und Elternberaterin Dr. Karin Kaiser-Rottensteiner: „Wenn man Kinder hat, ist es meist laut, schnell und hektisch und man handelt automatisch Multi-tasking-orientiert. Auszeit bedeutet das Gegenstück davon: Stille und Langsamkeit.“ Damit fallen all jene Dinge unter die Kategorie „Auszeit“, die uns aus dem schnelllebigen Alltag holen und uns dabei helfen, die Maschinen herunterzufahren und einen klaren Kopf zu bekommen. Ein Spaziergang alleine, ein Kaffee mit der besten Freundin, ein gutes Buch, eine Yoga-Einheit, oder einfach nur eine ausgiebige, heiße Dusche – wer auf sein Bauchgefühl hört, wird schnell merken, was er braucht, um sich zu entspannen. Wichtig ist hierbei laut Kaiser-Rottensteiner, Reizüberflutungen zu meiden: Während seiner frei-gespielten Stunden beispielsweise shoppen zu gehen, klingt vielleicht erst nach einer guten Idee, danach wird man aber mit großer Wahrscheinlichkeit noch erschöpfter sein, also davor. Bei seinen Auszeit-Aktivitäten darauf zu achten, keine zu überfüllten, lauten und grellen Orte aufzusuchen, sondern eher zu versuchen, sich auf ganzer Linie zu entspannen, ist deshalb ratsam.

Wie nimmt man sich richtig Auszeiten?

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Der berühmte österreichische Poet und Schriftsteller Peter Rosegger schrieb einst: „Wer sich die Zeit nimmt, der hat sie!“ Und das gilt auch für Power-Mamas. Hierbei ist es besonders wichtig, nicht zu zögern, um Hilfe zu bitten. Ob bei den Großeltern, Geschwistern, dem Partner oder im Freundeskreis – man muss nicht alles alleine schaffen und eine der vielen Aufgaben des sozialen Netzes ist es, einen aufzufangen, wenn mal alles zu viel wird. Außerdem wird es im Leben immer Möglichkeiten geben, sich bei seinen Liebsten für ihre Unterstützung zu bedanken und zu revanchieren. Deshalb: Keine falsche Bescheidenheit an den Tag zu legen und sich die (meist ohnehin nur kurze) Zeit zu nehmen, die man braucht, ist nichts Verwerfliches! Geld in einen Babysitter zu investieren lohnt sich ebenfalls langfristig. Die Kinder erstmals „abzugeben“ kann zwar anfangs schwer sein, sobald eine Vertrauensbasis aufgebaut ist und sich Eltern und Kind mit der auserkorenen Person wohlfühlen, ist es ratsam, Babysitting nicht nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn etwas erledigt werden muss, sondern die Möglichkeit zumindest hier und da auch zu nutzen, um alleine (oder mit dem Partner) etwas Schönes zu unternehmen. Denn: Glückliche Kinder brauchen glückliche Eltern!