Ernährung

Ernährung: Die Zukunft des Proteins

Eiweißhaltige Ernährung liegt voll im Trend - doch wird es in der Zukunft genug Proteinquellen für uns Menschen geben ? /Bild: Fotolia
Ernährung: Die Zukunft des Proteins
Trixi Kouba

In jeder Generation sind andere Produkte in Sachen Ernährung gefragt. Vor allem die „Millenials“ legen mehr Wert auf eine eiweißhaltige Ernährung. Sowohl tierische als auch pflanzliche Quellen für Protein sind am Markt immer stärker gefragt. Durch die stetig wachsende Weltbevölkerung gibt es eine riesige Nachfrage nach Protein, die in Zukunft den Nahrungsmittelmarktes stark verändern wird. Das bringt Risiken, aber auch Chancen.

Komfort, Pflanzen & ein gutes Gewissen

protein
Wie Forbes berichtet, bestimmen drei Trends die Nahrungsmittelindustrie der Zukunft: Erstens wird mehr Wert auf Komfort gelegt werden. Transport nach Hause und „Eiweiß to Go“ wird eine Möglichkeit im Nahrungsmittelsektor werden. Zweitens rücken pflanzliche Alternativen für Eiweiß ins Rampenlicht. Protein durch Insekten-Snacks werden ebenfalls eine realistische Option sein. Drittens wollen Konsumenten wissen, woher ihr Essen stammt und sich mit gutem Gewissen ernähren. Umweltschutz und eine humane Behandlung der Tiere werden immer wichtiger. Fisch und Meeresfrüchte sind beispielsweise eine kritische Proteinquelle. Sie reichen für 3 Milliarden Menschen, doch das Angebot ist limitiert und im Jahr 2040 müssen 9 Milliarden Personen weltweit versorgt werden. Daneben sind über 90 Prozent der globalen Fischvorräte seit 2011 bereits überfischt. Zwar versuchen Fischzuchten die Lücke zu schließen, sie werden 2030 aber ebenfalls an ihre Grenzen stoßen.

Warum Eiweiss ?

egg
Eiweiß ist essentiell für eine gesunde Ernährung. Es hilft dem Menschen neues Gewebe zu bilden, Schäden zu reparieren und beim Aufbau von Muskeln. Proteinhaltige Lebensmittel verhelfen zu einem längeren Sättigungsgefühl und unterstützen dabei das Gewicht zu halten. Erwachsenen werden 55 Gramm Eiweiß täglich empfohlen. Dabei ist die Quelle des Proteins wichtig: Verschiedene Quellen versorgen den Körper mit unterschiedlichen Aminosäuren, um die Gesundheit zu erhalten. Viele pflanzliche Quellen bieten nicht ausreichend Aminosäuren an, weshalb eine Kombination empfehlenswert ist. Tierisches Eiweiß stammt beispielsweise aus rotem Fleisch und Geflügel, Milchprodukten, Eiern, Insekten und Meeresfrüchten. Nüsse, Samen, Bohnen, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte bilden pflanzliches Eiweiß. Drittens könnten sich in Zukunft als alternative Proteinquellen Mikroalgen, Bakterien, Produkte aus Schimmelpilzkulturen und im Labor gezüchtetes Fleisch etablieren. Die deutsche Forscherin Stephanie Mittermaier entwickelte ein Verfahren, um aus heimischen Pflanzen vegetarische und vegane Speisen zu zaubern. Um es Fleischtigern schmackhaft zu machen, sollen sich diese im Geschmack und der Textur kaum von richtigen Fleischprodukten unterscheiden. Die Lupine sollen eine Alternative zu Sojaprodukten darstellen. Sojaprodukte geraten zunehmend in Verruf unter Konsumenten, da riesige Flächen des Regenwalds zum Anbau von Soja gerodet werden.

4 mögliche Zukunftszenarien

pizza
Ob sich alle Ideen für Innovationen durchsetzen werden, hängt davon ab in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickelt. Das „Forum for the Future“ hat dafür 4 mögliche Zukunftsszenarien erarbeitet: In einer „High-Tech Welt“ würde im Labor gezüchtete Nahrung die Nachfrage bestimmen. Konsumenten wären befriedigt, doch man würde sich von der Natur entfernen und technologieabhängiger werden. In einer „Gemeinschafts-zentrierten Welt“ dominieren lokale, kleine Agrikulturen, die auf Natur anstatt High-Tech-Methoden setzt. Dieses Szenario wäre ein Vorteil für die Umwelt, es bestünde aber das Risiko für Hunger und Mangelernährung. In einer „fragmentierten Welt“ würde Land und Wasser überbeansprucht werden. Ressourcenreiche Länder hätten was sie bräuchten, die anderen hätten es sehr schwer. Im vierten Szenario der „zentralisierten Welt“ setzen Regierung strenge Regulierungen ein. Die Bevölkerung wäre ausreichend versorgt aber stark vom Farmersystem abhängig, die Biodiversität ginge verloren. Welches Szenario sich auch durchsetzen wird – in zwei Jahrzehnten wird sich die Antwort zeigen!